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Lohn zum Leben - Aktionsworkshop mit Gästen aus nah und fern!

2014-10-28-Aktionsworkshop-I[28.10.2014]

In guter Tradition gab es 2014 wieder einen gemeinsamen Aktionsworkshop der Clean Clothes Campaign (CCC). Voran gestellt waren die Fragen: Wie sieht es vor unserer Haustür aus? Stimmt es, was gern geschlussfolgert wird: Bei Made in Europe ist alles „SAUBER“? Welchen Lohn zahlen Luxusmarken und große Modehäuser den Arbeiter/innen?


An dem sommerlichen Wochenende bezog eine heterogene Gruppe die Kajüten des CVJM-Elbdampfers im Herzen von Dresden. Über 50 Leute reisten an und brachten unterschiedliches Vorwissen zum Thema als auch soziale Hintergründe mit. Zu der internationalen Schiffsbesatzung auf Zeit gehörten Menschen aus der Türkei, Schweiz, Ägypten, Kroatien, Georgien, Kasachstan und Palästina.

 

 Gleich zu Beginn brachte der Theaterpädagoge Harald Hahn die Runde und das Schiff durch ein interaktives Kennenlernen in Bewegung. Der Freitagabend bot so einen Vorgeschmack in Sachen „Aktion mit Methoden“ nach dem Theatertheoretiker Augusto Boal. Nachdem Körper und Geist gelockert waren, ging es mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion zum Thema faire Kleidung zur Sache. Die Diskussion startete mit Bilge (Aktivistin, Forscherin und Gründerin der CCC-Turkey), Corina (Forscherin aus der Republik Moldova), Katarina und Tomislav (Gewerkschaftsaktivist*Innen aus Kroatien).

Sie berichteten über die Arbeitsbedingungen und Herausforderungen in ihren Ländern, erzählten Geschichten, sprachen von Schwierigkeiten und Erfolgen. Der nahe am Elbufer gelegene Veranstaltungsort „Freiraum Elbtal e.V.“, ein besetztes ehemaliges Gewerbegebiet mit Werkstätten, Wagenplatz, Kunstprojekten, bot dazu eine besondere Atmosphäre. Die anspruchsvolle und bewegende Diskussionsrunde konnte in kleinen Gesprächsgruppen ausklingen. Dazu gab es musikalische Begleitung mit der Brassband „Banda Comunale“. Samstag ging es mit der Vorstellung der aktuellen Recherchen der CCC, „Stiched up – IM STICH GELASSEN“ weiter. Danach erfuhren die Teilnehmer/innen, welche Arbeitsbedingungen bei Europas Modeproduzenten herrschen und wie die führenden Mode- und Luxusmarken in Punkto Lohn zum Leben abschneiden. Für Neueinsteiger/innen gab es einen extra Crashkurs.

Mit vollen Köpfen und unruhigen Füßen hieß es am Nachmittag volle Fahrt voraus in den Aktionsteil des Workshops. Harald Hahn bot bewährte und neue Methoden zur Lockerung und Vorbereitung sowie eine kurze Einführung zum politischen Aktionstheater. Dann ging es los mit der Erarbeitung von Aktionsmöglichkeiten: In kleinen Gruppen entstanden Ideen für Aktionen, aus der sich schließlich eine Straßenperformance entwickelte. Die Begeisterung über das Entstandene war groß: „Das kann funktionieren und kommt an!“ Die Gruppe konnte sich davon bei der Aufführung am Sonntag überzeugen. Die Performance sorgte bei den Passant/innen für Irritationen und Interesse. Über Fragen wurde direkt gesprochen.

Wichtige Informationen zu fairer Kleidung und Politik gab Berndt Hinzmann (INKOTA-netzwerk) beim Workshop. Aus erster Hand berichtete er über das vom BMZ geplante Textilsiegel. Vieles scheint noch offen und es wird sich zeigen, was das Textil-Bündnis für öko-soziale Standards in der globalen Lieferkette tatsächlich verbessern wird. Klar ist jedoch: Öffentliche Aufmerksamkeit und Druck ist notwendig, sonst verschwindet das Thema wieder von der Tagesordnung. Deshalb ist es wichtig, dass Aktionen, wie diese stattfinden und sich viele Menschen an vielen Orten trauen, auf die Missstände hinzuweisen.

Datum: 5.–7.9.2014
Ort: Dresden, CVJM-Jugendschiff

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