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Tagungsdokumentation "Harte Arbeit für weiche Fasern"

2015 12 01 Tagungsdokumentation Harte Arbeit fr weiche Fasern[01.12.2015]

Überlange Arbeitszeiten, niedrige Löhne, fehlende Arbeitsverträge – viele Missstände sind in der Baumwollproduktion Alltag. Dies trifft nicht nur für den Anbau, sondern auch für die industrielle Entkernung von Baumwolle zu, die in regionaler Nähe zu den Anbaugebieten stattfindet. Neben den genannten Arbeitsrechtsverletzungen weisen beide Verarbeitungsschritte auch spezifische Gefährdungen für die Gesundheit der Beschäftigten auf: Im Anbau liegt diese vor allem am Einsatz gefährlicher Pestizide, in der Entkernung an der sehr hohen Staubbelastung in den Betrieben sowie an dem hohen Unfallpotential.

Um die sozialen Bedingungen in der Baumwollproduktion zu verbessern, wurden in den letzten Jahren verschiedene Ansätze verfolgt: Zu diesen Ansätzen gehören Standardinitiativen wie zum Beispiel der Global Organic Textile Standard (GOTS), der in regelmäßigen Audits die Einhaltung der sozialen und ökologischen GOT-Standards überprüft.

Ein anderer Ansatz ist der Versuch, über striktere gesetzliche Rahmenbedingungen wie z.B. die Haftung von Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen in ihren Wertschöpfungsketten zur Durchsetzung von international anerkannten Arbeitsrechten zu gelangen. Ein weiterer Ansatz, der bei den Beschäftigten selber ansetzt, ist der Versuch, über gewerkschaftliche Organisierung Arbeitsrechte zu erstreiten.

Ziel der Fachtagung, zu der das SÜDWIND Institut, die Arbeitsgruppe Baumwolle Plus der Kampagne für Saubere Kleidung* sowie die Deutsche Kommission Justitia et Pax geladen hatten, war es, Chancen und Grenzen dieser Ansätze zu reflektieren und relevante AkteurInnen miteinander ins Gespräch zu bringen.

Anknüpfend an die SÜDWIND-Publikation „Harte Arbeit für weiche Fasern“ stellte der indische Arbeitsrechtsaktivist Sudhir Katiyar / PRAYAS die Ergebnisse seiner Recherche in indischen Entkernungsfabriken vor. Prof. Dr. Reingard Zimmer / Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR), Berlin, erörterte anschließend gesetzliche und freiwillige Instrumente zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. In zwei parallelen Workshops wurden die Hauptvorträge mit den ReferentInnen des Vormittags (Workshop 1) und die Frage von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz im Baumwollanbau mit der Expertin Alexandra Perschau (Aid by Trade Foundation) vertieft und diskutiert (Workshop 2).

In einer abschließenden Podiumsdiskussion wurden die Chancen und Grenzen der o.g. Ansätze ausgelotet.

Download der Tagungsdokumentation

Dr. Sabine Ferenschild, SÜDWIND Institut

Telefon: 0228-763698-16
E-Mail: Ferenschild(at)suedwind-institut.de

 

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