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Keine Gewerkschaftsfreiheit bei Olympia-Sponsor Adidas

Zulieferfabrik von Adidas[01.01.2012 | Sport]

Die Olympischen Sommerspiele werden in diesem Jahr in London stattfinden. Adidas ist einer der größten Sponsoren des Mega-Events. Der Journalist Jerome Taylor berichtete im Herbst 2011 in der britischen Zeitung The Independent über Arbeitsrechtsverletzungen bei einem Zulieferer von Europas größtem Sportartikelhersteller.

Türkei: Gewerkschaft bei Zulieferer des Olympia-Sponsors Adidas zerschlagen

ArbeiterInnen einer Textilfabrik in der Türkei berichten von Einschüchterungen und Gewerkschaftszerschlagung. Diese Vorgänge werfen ein schlechtes Licht auf das Versprechen der Organisatoren der Olympischen Spiele 2012 in London – diese sollten schließlich die ethischsten Spiele der Geschichte werden.

ArbeiterInnen der Bekleidungsfirma Elasteks, die bis vor kurzen den offiziellen Olympia-Sponsor Adidas belieferte, schildern, dass ihre Bestrebungen zur Gewerkschaftsgründung und ihre Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen im Keim erstickt wurden. Anstatt in Dialog mit den ArbeiterInnen zu treten, schloss der Besitzer die Fabrik, baute sie in einem 450 km entfernten Ort wieder auf und kündigte 22 ArbeiterInnen. Ein Teil der entlassenen ArbeiterInnen Elasteks hat rechtliche Schritte gegen den Besitzer eingeleitet.

Elasteks beliefert mit Gelal einen der größten Sockenhersteller der Türkei mit elastischem Material. Gelal verwendet dieses Material für die Herstellung von Adidas-Socken. Der deutsche Sporthersteller und Marktgigant ist einer der wenigen Sponsoren der Olympischen Spiele, der eine Liste seiner direkten Zulieferer veröffentlicht und von sich behauptet regelmäßig Überprüfungen dieser Fabriken durchführen zu lassen.

Sogenannten „Vorzeige-Fabriken“ wie Gelal wurde in Bezug auf die Gesundheit ein gutes Zeugnis ausgestellt. Türkische Gewerkschaftsführer weisen jedoch darauf hin, dass internationale Arbeitsstandards in der Textilbranche dennoch oft nicht erreicht werden. Hier geht es um 16-Stunden-Tage, schlechte Bezahlung und herbe Strafen und Konsequenzen für ArbeiterInnen, sie sich gewerkschaftlich organisieren wollen. Asalettin Arslanoglu, Vorsitzender der Gewerkschaft der ArbeiterInnnen der Textil-, Strick- und Bekleidungindustrie der Türkei (Teksif), sprach in The Independent über das rigorose Vorgehen des Besitzers. „Als der Besitzer in Erfahrung brachte, dass sich ArbeiterInnen gewerkschaftlich organisieren wollen, versammelte er die ArbeiterInnen in der Kantine und erklärte ihnen, dass es eine Gewerkschaft in seinem Betrieb nur über seine Leiche gegen würde. Denjenigen, die sich nicht abschrecken ließen, wurde umgehend gekündigt.“

Elasteks verweigert zu diesem Thema jeden Kommentar. Adidas lässt durch einen Sprecher verlauten, dass, als die Vorkommnisse bei Elasteks bekannt wurden, seit sechs Monaten keine geschäftliche Beziehung mehr bestanden habe.„Gelal hat sich gezwungen gesehen, die geschäftlichen Beziehungen zu Elasteks im ersten Quartal 2011 zu beenden, da Elasteks sowohl Adidas als auch der Fair Labor Association (FLA) eine Auditierung der Fabrik verweigert hat“, so der Sprecher weiter. Fotos, die kürzlich von Gelal-ArbeiterInnen gemacht wurden, zeigen, dass Elasteks Material immer noch in der Produktion eingesetzt wird. Adidas behauptet, dass es sich um Restbestände handelt, die momentan aufgebraucht werden. 

Anna McMullen von Playfair 2012, die sich für bessere Arbeitsbedingungen in den Fabriken einsetzt, die für die Olympischen Spiele produzieren, äußert sich zu den allgemeinen Problemen: „Das Zerschlagen von Gewerkschaften und die Zahlungen von Löhnen, die für die Menschen nicht reichen um über die Runden zu kommen, sind Probleme denen sich weltweit ArbeiterInnen, die Produkte für Olympia 2012 herstellen, ausgesetzt sehen. Die Konzerne und Unternehmen, die durch die Olympiade große Gewinne verzeichnen werden, müssen mehr dazu beitragen, dass Menschenrechte auch innerhalb ihrer Lieferketten eingehalten werden.“

 

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