PT Kizone

18. Januar 2012

Worker Rights Consortium

Studie zum Fall PT Kizone (auf Englisch).
03. September 2012

Adidas bietet Lebensmittelgutschein statt Abfindungen

Das Angebot von Adidas, seinen indonesischen ArbeiterInnen, denen es über eine Million Euro schuldet, mit einem Lebensmittelgutschein abzuspeisen, wird von GewerkschaftsvertreterInnen und ArbeitsrechtsaktivistInnen als „absolute Beleidigung“ bezeichnet.

 

„Ich weise das Angebot der Lebensmittelgutscheine im Wert von 300.000 Rupien von Adidas zurück. Diese Gutscheine helfen uns nicht, unsere Schulden zu bezahlen, denn seit PT Kizone geschlossen wurde, haben wir kein Einkommen und keine Arbeit mehr. Somit erkläre ich, als ehemaliger Kizone-Arbeiter und in Vertretung meiner ArbeitskollegInnen, dass wir unsere Abfertigungszahlungen von 1,8 Mio.US$ einfordern. Wir wollen keine Lebensmittelgutscheine!“

 

PT Kizone – Hintergrund-Informationen:

Die Probleme in der Fabrik begannen im September 2010. Damals wurden Abfindungen von ArbeiterInnen, welche die Fabrik freiwillig verlassen hatten sowie Sterbegelder, die den Familien verstorbener ArbeiterInnen zustanden, nicht gezahlt. Im Januar 2011 verschärfte sich die Situation, als die Dezemberlöhne einbehalten wurden. Anschließend verschwand der Eigentümer der Fabrik überraschend.

Im April 2011 wurde die Fabrik endgültig geschlossen und PT Kizone ging in die Insolvenz.

Seitdem kämpfen die ArbeiterInnen dafür, die ihnen geschuldeten Abfindungen von insgesamt 3,4 Millionen US$ zu bekommen. Andere Käufer der Fabrik haben mittlerweile insgesamt 1,6 Millionen US$ für einen Abfindungsfonds beigetragen. Dies ist zwar begrüßenswert, der Betrag ist jedoch völlig unzureichend um die Ansprüche der ArbeiterInnen zu erfüllen. Adidas hat sich bisher geweigert, auch nur einen Cent zu diesem Fonds beizutragen.

Die Fakten in diesem Fall sind klar: 2.800 ArbeiterInnen, die im Beschäftigungszeitraum vielfach nur 0,60 US-$ pro Stunde verdienten, wurden tausende Dollar Abfindungszahlungen vorenthalten. Diese Zahlungen stehen ihnen zu, weil sie unter anderem Waren produziert haben, die zu den im letzten Jahr um 18% gestiegenen Gewinnen von Adidas beitrugen.

29. April 2013

Sieg über Adidas!

Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte musste Adidas dem Druck der GewerkschafterInnen und AktivistInnen nachgeben, die hartnäckig für die Auszahlung von 1,8 Millionen US-Dollar Abfindung an die 2.800 ArbeiterInnen der illegal geschlossenen Fabrik gekämpft haben. Die Kampagne für Saubere Kleidung hat mit öffentlichen Aktionen und Online-Protest maßgeblich zum Erfolg der Auseinandersetzung beigetragen.

 

„Wir sind stolz, Teil eines solchen Abkommens zu sein, aber am allermeisten sind wir erleichtert darüber, dass unsere Familien endlich das Geld bekommen, welches sie so dringend benötigen“.

sagt Aslam Hidayat, ehemaliger Arbeiter bei PT Kizone und Koordinator des PT Kizone Workers Coordinating Committee.

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