Konsumverhalten ändern!

Die lange Reise unserer Mode

Mit Umweltsünden und Ausbeutung rund um die Welt

Vom Shirt bis zur Jeans – jedes Teil eurer Kleidung hat meist schon tausende von Kilometern zurückgelegt, bevor ihr darin den ersten Schritt vor die Haustür macht. Indische oder usbekische BaumwollpflückerInnen bücken sich unter sengender Sonne den Rücken krumm, vergiften sich und die Umwelt mit Pestiziden.

NäherInnen in El Salvador, Bangladesh oder anderen Ländern schuften für einen Hungerlohn 7 Tage in der Woche, machen unbezahlte Überstunden, bei Ungehorsam gibt es Schläge, dafür aber kaum Pausen und keinen Urlaub. Sie hantieren ohne Schutzkleidung mit giftigen Chemikalien – deren Rückstände übrigens auch in euren Kleidern nachweisbar sind. Das alles ist das Ergebnis des gnadenlosen Gewinnstrebens der Hersteller.Denn vom Endpreis, den die Kleidung kostet, kommen nur wenige
Cent in den tatsächlichen Fabrikationsländern an.

Die textile Kette

Vertrauenswürdig

Fair Trade certified cotton

Das Label garantiert faire Arbeitsbedingungen und langfristige Handelsbeziehungen in der Baumwollproduktion und fördert den Umstieg auf biologischen Anbau. Das Label deckt jedoch nicht die Bedingungen bei der weiteren Verarbeitung ab.

Die Dachorganisation Fairtrade International (FLO) wird von zahlreichen Nichtregierungsorganisationen (NRO) getragen und von öffentlichen Institutionen unterstützt. Die Standards werden von Fairtrade International festgelegt, die Zertifizierungsgesellschaft FLOCERT GmbH kontrolliert deren Einhaltung.

Fair Wear Foundation (FWF)

Durch die FWF wird eine Verbesserung der sozialen Bedingungen in den Nähfabriken sowie bei den Subunternehmen und Lieferanten angestrebt. Die FWF weist dabei die höchsten sozialen Standards auf und gilt hier als Vorzeige-Label.

Die FWF ist eine unabhängige Non-Profit Organisation, die mit Unternehmen und Herstellern zusammenarbeitet, um die Bedingungen für Beschäftigte in der Bekleidungsindustrie zu verbessern. Die 80 Mitgliedsunternehmen repräsentieren 120 Marken, darunter Jack Wolfskin, Switcher, Vaude, hempage, Hess Natur. Hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen. Durch die Veröffentlichung umfangreicher Daten wird Transparenz erzielt.

Global Organic Textile Standard (GOTS)

GOTS steht für einen hohen ökologischen Standard über die gesamte textile Kette. In geringerem Umfang fließen auch soziale Kriterien ein. Die Transparenz ist hoch.

Das Label wurde vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft IVN (Deutschland) zusammen mit der Soil Association (England), der Organic Trade Association (USA) und der Japan Organic Cotton Association (Japan) entwickelt. 2008 einigten sich die teilnehmenden Parteien auf ein gemeinsames Logo sowie ein einheitliches Lizenzierungsverfahren.

IVN Best – NATURTEXTIL

IVN Best-Produkte erfüllen die zurzeit höchsten realisierbaren Öko-Standards über die gesamte textile Kette. Es fließen auch soziale Kriterien ein. Die Transparenz ist hoch.

IVN steht für den 1989 gegründeten Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. Der Verband zählt über 100 Mitgliedsunternehmen aus Textilproduktion und -handel, darunter Alnatura, Engel Naturtextilien und Hess Natur. Der IVN war auch Mitbegründer des GOTS und gibt neben IVN Best auch das GOTS-Siegel heraus (siehe rechts nebenan).

+++ Unsere Tipps +++

Schaut hin!

Achtet auf Labels, die für hohe Sozial- und Umweltstandards
stehen. Die wichtigsten sind in diesem Feldführer erklärt

Fragt nach!

Z.B. die VerkäuferInnen oder beim Versand, ob die
Kleidung fair und umweltfreundlich hergestellt wurde.

Engagiert euch!

Organisiert als Stamm Infostände und Aktionen!
Schreibt Protestbriefe! Mehr Ideen unter saubere-kleidung.de.

Informiert euch!

Unter gruenemode.org, ci-romero.de oder ishopfair.net
erfahrt ihr mehr über die Probleme und Alternativen.

5. Wirksame

Sanktionen und Haftungsregeln für Unternehmen und

6. Stärkung

der Produktverantwortung und Förderung zukunftsfähiger Konsum- und Produktionsmuster.

+++ Vorischt Greenwashing +++

Drei Beispiele für irreführende “Fair-” oder “Öko” -Labels:

Better Cotton Initiative

Die BCI wurde 2009 von großen Markenfirmen wie Adidas, Gap, H&M, Ikea gemeinsam mit NROs wie WWF, PAN gegründet. Die Baumwollproduktion gemäß BCI-Standards stellt eine Verbesserung zum konventionellen Anbau dar. Es handelt sich jedoch nicht um Bio-Landbau, genmanipuliertes Saatgut ist erlaubt. Es gibt keine Preisaufschläge für die BCI-Baumwolle.

H&M Conscious Collection

„H&M Conscious“ siegelt „nachhaltige“ Kleidung nach schwammigen Kriterien. Obwohl H&M einiges in soziale Verantwortung investiert, verpflichtet sich die Firma bisher nicht glaubwürdig, einen existenzsichernden Lohn in den Fabriken zu bezahlen. Besonders zu kritisieren ist, dass Produkte mit dem Label „Bio-Baumwolle” ohne die Berücksichtigung grundlegender Sozialstandards z.B. in Bangladesch genäht werden.

Oeko-Tex 100

Der Fokus liegt ausschließlich auf ökologischen Kriterien des Endprodukts, nicht bei der Produktion. Schadstoffe können – unterhalb von Grenzwerten – dennoch enthalten sein. Die Umsetzung sozialer Standardbestimmungen ist nicht hinreichend gewährleistet. Existenzsichernde Löhne werden nicht gefordert.

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