|
Immenser Arbeitsdruck auf Frauen hat auch Auswirkungen auf die psychische Gesundheit
Hallo ,
Der ständige Druck, hohe Produktionsziele zu erreichen, kombiniert mit verbalen Beschimpfungen, körperlicher Einschüchterung und der Angst vor Vergeltungsmaßnahmen schafft ein toxisches Arbeitsumfeld, das zu Ängsten und emotionalem Stress führt. Das ist es, was unsere Partner-NGOs Cividep (Indien) and TURC (Indonesien) anlässlich des internationalen Frauentags berichten. Laut der Studien von Cividep und TURC erleben Frauen täglich verbalen Missbrauch, körperliche Einschüchterung und sogar sexuelle Belästigung durch ihre Vorgesetzten. Diese Probleme beschränken sich nicht nur auf den Arbeitsplatz, sondern treten auch auf dem Weg zur Arbeit und in den von Fabriken bereitgestellten Unterkünften auf. Geschlechtsspezifische Gewalt beeinträchtigt nicht nur ihre Sicherheit, sondern hat auch schwerwiegende Auswirkungen auf ihre reproduktive und psychische Gesundheit. Die Studien stellten fest, dass Frauen aus Angst vor Missbrauch keine Wasser- oder Toilettenpausen einlegen, was zu Problemen wie unregelmäßigen Menstruationszyklen, starken Blutungen und Menstruationsschmerzen führt. Um dem unerbittlichen Druck gerecht zu werden, entscheiden sich einige Frauen bereits im Alter von 30 Jahren für eine Entfernung der Gebärmutter, damit sie jeden Tag ohne Menstruationsbeschwerden und ohne Unterbrechung arbeiten können.
|
|
|
| |
|
Geschlechtsspezifische Gewalt tritt nicht isoliert auf; sie ist ein Produkt eines Machtgefälles zwischen Marken, Lieferanten und Arbeiter*innen. Marken, getrieben vom ständigen Druck Kosten zu senken, zwingen die Lieferanten zu kürzeren Vorlaufzeiten und hohen Produktionszielen, die den Arbeitsstress erhöhen und zu verbalen Beschimpfungen, körperlicher Einschüchterung und sexueller Belästigung führen. Gesetze zum Arbeitsschutz konzentrieren sich auf die physische Sicherheit und übersehen die breiteren gesundheitlichen Auswirkungen. Es sind starke europäische Vorschriften wie das europäische Lieferkettengesetz nötig, um Marken zur Verantwortung zu ziehen. Marken müssen sich zu einer Null-Toleranz-Politik in Bezug auf geschlechtsspezifische Gewalt verpflichten! Ein ausführlicher Blogbeitrag der Partner-NGOs Cividep und TURC ist hier auf deutsch und englisch zu finden. Wir wünschen allen einen solidarischen und kämpferischen internationalen Frauentag!
|
| |
| |
FASHIONING A JUST TRANSITION: WIR SPINNEN AM WANDEL – AKTIONSTREFFEN 2025
|
|
| |
Es gibt noch freie Plätze +++ Einladung zum Aktionstreffen 21.-23.03.2025 in Leipzig
Der Begriff der Just Transition ist gerade Trend. Niemand soll zurückgelassen werden auf dem Weg zur Klimaneutralität, so das Motto. Die Modeindustrie hat diesen Wandel dringend nötig: Sie trägt immens zur fortschreitenden Klimakrise bei und ist für massive Umweltschäden verantwortlich. Egal ob Neueinsteigerin oder alter Hase – beim Aktionstreffen erwartet euch jede Menge Wandel-Wille! Beim Aktionstreffen setzen wir uns mit tatsächlichem und möglichem Wandel auseinander. Perspektiven von Vertreter*innen aus Produktionsländern gehören ebenso zum Programm wie Austausch mit Menschenrecht-Profis zum Thema, Reflektionsräume und neue Methoden.
|
| |
|
| |
|
VERTEIDIGUNG VON ARBEITSRECHTEN
|
Der Fall Royal Knitting: Beschwerde beim BAFA gegen Otto eingereicht Eine Beschwerde wird von der internationalen Clean Clothes Campaign im Namen von myanmarischen Arbeiter*innen geführt. Sie haben in der Royal Knitting Factory in Thailand Kleidung für Marken der Otto Group hergestellt. Seit fast fünf Jahren werden den Arbeiter*innen rechtlich zustehende Löhne und Abfindungen von der Fabrik vorenthalten. OTTO behauptet, während des strittigen Zeitraums keine Geschäftsbeziehung mit dieser Fabrik unterhalten zu haben, und weist die Verantwortung bisher von sich.
>>> AKTUELLE STELLUNGNAHME HIER LESEN >>>
|
|
|
| |
|
Freiheit für Mehmet Türkmen! Mitte Februar wurde Mehmet Türkmen, der Vorsitzende der unabhängigen türkischen Gewerkschaft BİRTEK-SEN, verhaftet. Er hatte sich gemeinsam mit Textilarbeiter*innen für bessere Arbeitsbedingungen eingesetzt. Zuvor hatte das Gouverneursbüro in Gaziantep ein 15-tägiges Protestverbot in der Provinz verhängt. Zeigt eure Solidarität und fordert mit uns von der türkischen Regierung: Lassen Sie Mehmet Türkmen frei!
|
|
|
| |
Wir haben auch gute Nachrichten...
|
Türkei: Entlassene Textilarbeiter*innen kämpfen erfolgreich für ihre Abfindungen Nach dem Erdbeben in der Südost-Türkei und Syrien im Februar 2023 mit über 50.000 Toten und Millionen Menschen, die ihre Häuser und Wohnungen verloren, konnten viele Textilarbeiter*innen des Denim-Herstellers Baykan Denim in Malatya nicht mehr zur Arbeit kommen. Sie hatten weiter entfernt eine bezahlbare Unterkunft gefunden. Daraufhin hatte sie ihr Arbeitgeber ohne Abfindung entlassen.
|
|
|
| |
JUST TRANSITION
|
„Reclaim Fashion“ – Broschüre für bewussten Modekonsum Die Broschüre vermittelt einfach umsetzbare Anleitungen und zeigt auf, wie wir mit unserem Konsumverhalten einen positiven Einfluss auf die Modeindustrie haben können. Sie richtet sich an alle, die noch nicht viel über nachhaltigen Modekonsum wissen und praktische Tipps suchen, wie sie ihren Kleiderschrank bewusster und fairer gestalten können.
|
|
|
| |
|
Ist rückverfolgbar gleich nachhaltig? FEMNET hat in einer Studie verschiedene Rückverfolgbarkeitslösungen, welche insbesondere in Lieferketten von Arbeitskleidung und Flachwäsche Anwendung finden können, unter die Lupe genommen. Doch halten diese, was sie versprechen? Und welchen Mehrwert können sie für Beschaffer*innen in der Praxis haben?
|
|
|
| |
UND AUSSERDEM...
|
Sorgfaltspflichten in China: Textilien aus der „Werkbank der Welt“ Chinesische Unternehmen sind in vielen Wirtschaftssektoren führend. In manchen Sektoren, wie zum Beispiel der E-Mobilität, wird diese Führungsrolle in Deutschland und Europa als bedrohlich für eigene Industrien und Unternehmen wahrgenommen. In anderen Sektoren – und dazu gehört der Textil- und Bekleidungssektor – wird die Abhängigkeit von chinesischer Produktion und chinesischen Unternehmen außerhalb von Fachkreisen kaum noch diskutiert.
|
|
|
| |
TERMINE
LEIPZIG | 21.-23. März 2025 | Aktionstreffen der Kampagne für Saubere Kleidung DORTMUND | 25. März 2025 | “Die Vereine im Ranking” geht in die dritte Runde Im Ranking wurden die Fanshops der Fußballvereine aus der 1. und 2. Bundesliga der Männer wieder genauer unter die Lupe genommen. Besonders im Fokus lagen dabei die damit zusammenhängenden Lieferketten. Mehr...
|
| |
| |
SPENDEN FÜR DIE KAMPAGNE
|
| |
|
Jeder Tag ist internationaler Frauentag: Solidarität mit Textilarbeiter*innen! Wir stehen in Solidarität mit den Millionen Frauen, die unsere Kleidung unter gewaltvollen Bedingungen herstellen. Sie erleben täglich verbale Demütigungen, körperliche Einschüchterung und sexuelle Belästigung – während Modekonzerne weiter Profite machen. Diese Gewalt ist kein Zufall. Sie ist das direkte Ergebnis eines ausbeuterischen Systems, in dem Frauen als billige und austauschbare Arbeitskräfte betrachtet werden. Doch wir wissen: Veränderung ist möglich! Mit deiner Unterstützung kämpfen wir für sichere Arbeitsbedingungen und starke Gesetze, die Marken zur Verantwortung ziehen. Deine Spende ermöglicht internationale Solidaritätskampagnen, Aufklärung und direkten Einsatz gegen geschlechtsspezifische Gewalt in der Bekleidungsindustrie.
|
| |
| |
|
Titelbild: Health Camp Project von Cividep. Copyright: Cividep
Bild Spendenaufruf: „Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz“: Visualisierung des Health Camp Projektes unserer Partner-NGO Cividep in Indien. Copyright: Cividep
|
| |
|