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Newsletter Dezember 2024
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Wandel nötig! Aber wie?

Hallo ,  

Es ist keine Überraschung: Die globale Textilindustrie muss grundlegend umgebaut werden. Sie gehört zu den „schmutzigen“ Industrien, die seit Jahrhunderten und bis heute zulasten der Mitwelt wirtschaften. Die Modebranche trägt massiv zur fortschreitenden Klimakrise bei. Sie verursacht mit rund 10 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen wohl mehr als der internationale Flug- und Schiffsverkehr zusammen. Färben und Veredeln von Kleidung machen rund 20 Prozent der weltweiten Wasserverschmutzung aus. Schon heute bedrohen die Folgen dieser Wirtschaftsweise und der damit einhergehenden ökologischen Zerstörung Menschen weltweit.

Die letzten Jahre waren geprägt durch Wetterextreme in wichtigen Ländern für die globale Bekleidungsproduktion - wie die Flutkatastrophen u.a. in Bangladesch und Pakistan und starke Stürme und Überschwemmungen in Indonesien. Gleichzeitig haben betroffene Beschäftigte der Textilindustrie und ihre Familien oft wenig Ressourcen oder soziale Absicherung, um diese Krisen zu bewältigen. Auch Arbeitsmigration vom Land in die Städte wird durch die klimatischen Veränderungen vielerorts verstärkt. Damit nimmt der Schutz durch soziale Netzwerke ab. Hitzestress in Fabrikhallen gefährdet die Gesundheit der Beschäftigten und wird zunehmend als Problem erkannt.

Sektorübergreifend wurde politisch die Notwendigkeit eines „gerechten Wandels“ – einer Just Transition – des globalen Wirtschaftens in jüngster Vergangenheit benannt. Anknüpfend an den Green Deal existiert in der EU seit 2021 ein Just Transition Fund und ein Just Transition Mechanismus. Doch wird die EU, werden Akteure in Deutschland bisher dem Anspruch gerecht, einen Wandel einzuleiten? Noch dazu einen, bei dem niemand auf dem Weg zur Klimaneutralität zurückgelassen wird?

Internationaler Tag der Arbeit 2024: Arbeiter*innen und Gewerkschafter*innen in Indonesien fordern, dass soziale und ökologische Gerechtigkeit zusammen gedacht werden. Copyright: Clean Clothes Campaign
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Sowohl international als auch in Deutschland beginnen Mitglieder der Kampagne für Saubere Kleidung, sich mit Fragen rund um einen gerechten Wandel in der Mode- und Textilindustrie zu befassen.

Ende November kam das erste Mal das junge Beratungsgremium „Youth Advisory Board“ in Malmö zusammen, das zukünftig die Clean Clothes Campaign zum Thema beraten wird. Innerhalb der Kampagne für Saubere Kleidung in Deutschland befindet sich unter den Mitgliedern eine Arbeitsgruppe zu Just Transition in Gründung. Und beim Aktionstreffen vom 21.-23.3.2025 in Leipzig wird der Wandel der Industrie das zentrale Thema sein. Alle sind eingeladen, sich mit #LassAndersMachen und #FashioningAJustTransition an der Debatte zu beteiligen!

Klarheit herrscht aktuell schon darüber:
Gerecht kann der Wandel in der Modeindustrie nur sein, wenn Vertreter*innen der Beschäftigten aus wichtigen Produktionsländern einbezogen und wenn Ressourcen und Gestaltungsmöglichkeiten global umverteilt werden.

Ich sende viele Grüße für ein gutes und hoffnungsvolles Jahresende,
Dr. Jiska Gojowczyk, Projektkoordinatorin für die Arbeit zu "Fashioning A Just Transition" beim SÜDWIND-Institut

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ONE-EARTH FASHION

Public Eye Report_One-Earth Fashion

Neuer Report über 33 Transformations-ziele für ein gerechtes Modesystem innerhalb der planetaren Grenzen Das Modesystem benötigt eine radikale Wende, denn die Textil-, Bekleidungs-, Lederwaren- und Schuhfertigung gehören zu den umweltschädlichsten und ungerechtesten Industriebranchen. Dieser umfassende Bericht von Public Eye wirft einen Blick in die Zukunft und will die internationale Debatte über die sozialökologische Transformation voranbringen. 33 konkrete Ziele für ein gerechtes Modesystem werden vorgeschlagen. Mehr…

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BANGLADESCH IM UMBRUCH

NGWF protest_2024115_Copyright Sina Marx (3) copy 72 dpi

Eindrücke von einer Reise im November 2024 Im November 2024 reiste unsere Mitgliedsorganisation FEMNET nach Bangladesch, um Partnerorganisationen zu besuchen und die Lage vor Ort zu verstehen. Die politischen und sozialen Spannungen im Land haben sichtbare Spuren hinterlassen, doch es gibt auch erste Anzeichen von Hoffnung und Wandel.

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VOM TEXTILARBEITER ZUM AKTIVISTEN

Bego_Demir_Baumwollfeld_Public Eye

Türkei: „Sandstrahler wirst du nur, wenn du keine Wahl hast“ Die Arbeit als Sandstrahler in einer türkischen Jeansfabrik hat Bego Demirs Lunge zerstört. Heute leitet der 42-jährige Aktivist die Clean Clothes Campaign in der Türkei. Mit der eigenen Marke will er ein Modell für eine faire und nachhaltige Jeansproduktion sein. Im Gespräch gibt Bego Demir Einblick in seine erfolgreiche Kampagnenarbeit, in der er auf Empathie und Kreativität setzt.

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UND AUSSERDEM...

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Fabrikhalle in Fujian_Fritz Hofmann_Suedwind

Was ist mit den Menschenrechten? China und die Sorgfaltspflichten Die Studie blickt auf die Entwicklungen in China in der letzten Dekade und rückt dabei die wachsende Bedeutung Chinas für globale Wertschöpfungsketten und die damit einhergehenden Risiken für arbeitsbezogene Menschenrechte in den Mittelpunkt.

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Puma Guatemala_c Hipkicks-Pexels

Lohndiebstahl in Guatemala: AEO und Puma sichern je 500.000 US-Dollar zu Im Fall der guatemaltekischen Bekleidungsfabrik Industrial Hana, die im Oktober 2023 nach unrechtmäßiger Nichtzahlung von Löhnen und Abfindungen schließen musste, wurde ein wichtiger Schritt zur Wiedergutmachung der betroffenen Arbeiter*innen erzielt.

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01_Symbolbild_IntegriertesBeschwerdeSystem

Indien: Angst vor Beschwerden in der Schuhbranche
Das deutsche Lieferkettengesetz soll Menschenrechte schützen. Wir haben bei indischen Arbeiter*innen nachgefragt. Das Ergebnis ist erschreckend: Viele Arbeiter*innen in Indien wissen nicht, wie sie sich beschweren können. Selbst wenn sie es wissen, haben sie Angst, ihren Job oder Lohn zu verlieren und sind überzeugt, dass die bestehenden Systeme nicht fair sind. Die aktuellen Beschwerdesysteme erfüllen nicht die nötigen Standards.

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Schuhe Braun_Pixabay-Pexels

Schafft das Lieferkettengesetz faire Lieferketten für Kleidung und Schuhe? Das deutsche Lieferkettengesetz gilt seit dem 1.1.2023 für Unternehmen mit mindestens 3.000 Mitarbeitenden. Was hat es bisher in den Lieferketten für Kleidung und Schuhe bewirkt? Wir haben die Berichte von adidas, KiK, NKD, Takko, Otto, Witt und Zalando unter die Lupe genommen.

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TERMINE

+++ Save the date +++
LEIPZIG | 21.-23. März 2025 | Aktionstreffen der Kampagne für Saubere Kleidung

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Presseecho

05. Dezember 2024 | Frankfurter Rundschau |Nur wenige Fetzen werden recycelt Lesen...

27. November 2024 | Frankfurter Rundschau |
Textilbündnis feiert Jubiläum, doch viele Unternehmen blockieren bessere Arbeitsbedingungen Lesen...

27. November 2024 | Frankfurter Rundschau | Arbeitsrechte in indischen Fabriken: Kein Vertrauen in Beschwerdestellen Lesen...

26. November 2024 | Stiftung Warentest | Menschenrechte in der Modeproduktion„Das Lieferkettengesetz entfaltet schon Wirkungen“ Lesen...

23. November 2024 | junge Welt |
„Viele berichten von Beschimpfungen und Gewalt“ –Lieferkettengesetz: Unternehmen und Verbände fordern Aussetzung nach Ampel-Aus. Ein Gespräch mit Anne Neumann Lesen...

11. November 2024 | taz |
Berichtspflichten für Unternehmen – Mythos Bürokratismus Lesen...

25. Oktober 2024 | Table Briefings |
Beschwerdemechanismen: NGO fordert mehr Engagement von hiesigen Modefirmen in Indien Lesen...

03. Oktober 2024 | ProSieben |
30 Euro für ein Paar Schuhe – Deichmann: Was passiert hinter den Kulissen? Lesen...

04. September 2024 | GEW |
fair childhood - Bildung statt Kinderarbeit: Noch schneller, noch schmutziger Lesen...

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SPENDEN FÜR DIE KAMPAGNE

Kleiderballen stapeln sich im Sortierbetrieb der Texaid Kleidersammlung in Schattdorf, Schweiz. Copyright: Public Eye
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Heute ist der Internationale Tag der Menschenrechte!

Jeden Tag kämpfen Millionen Textilarbeiter*innen weltweit für ein Leben in Würde. Sie fordern existenzsichernde Löhne, sichere Arbeitsplätze und die Einhaltung ihrer grundlegenden Rechte. Doch Unternehmen und Regierungen schauen oft weg – oder profitieren sogar von der Ausbeutung.

Nicht nur heute ist der Moment, etwas zu bewegen!
Hilf uns, weiter Druck auf Unternehmen und die Politik auszuüben. Deine Spende stärkt unseren Einsatz für faire Arbeitsbedingungen und zeigt den Arbeiter*innen: Ihr seid nicht allein.

Gemeinsam können wir diese Industrie verändern!

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