Was tun? - Aktiv werden!

Du weißt schon Bescheid; Es gibt zahlreiche Probleme in den Lieferketten der Modeindustrie, tagtäglich werden Menschenrechte verletzt und die Umwelt zerstört. Nun Du fragst Dich, was tun?

Die Modeindustrie ist gefragt, sowie die Politik, DU aber eben auch. Eins ist wichtig, wenn Du gegen Ausbeutung in der Modeindustrie bist, geht es nicht nur darum, Dein Konsumverhalten zu verändern, sondern Du kannst und sollst Dich auch (politisch) engagieren. Es gibt viele unterschiedliche Stellen an denen Du ansetzen kannst. Hier sind 26 Ideen und zwar von A biz Z:

A wie Aktiv werden

Werde atktiv gegen die Schattenseite der Modeindustrie! Wir haben erlebt, dass die vielen Nachfragen, Proteste und Aktionen Wirkung erzielen. Auf unserem YouTube-Kanal kannst Du Dich inspirieren lassen. Schau mal, ob es eine Regionalgruppe in deiner Stadt gibt? Wenn nicht, warum gründest Du nicht einfach eine?

B wie beteiligen

Beteilige Dich an unseren Eilaktionen. Beteilige Dich an Gesprächen in Deinem Freundeskreis. Beteilige Dich an Aktivitäten, die ein Zeichen gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen setzen.

C wie Community

Du bist nicht nur Du; Du bist auch Teil einer Community, Teil einer Kommune. Checke wie es mit ökofairer Öffentlicher Beschaffung in deiner Kommune ausschaut! Setze Dich für eine Beschaffungspolitik ein, die soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit fordert.

D wie dabei bleiben

Es gibt keine Quick-Fix Lösung für Fast Fashion… na ja, nicht nur für Fast Fashion: um die Probleme in der Modeindustrie zu lösen, braucht es das Engagement aller beteiligten Akteure und es gibt noch viel zu tun. Dass Du auf diese Seite gestoßen bist und Dich mit diesem Thema auseinandersetzt ist ein wichtiger erster Schritt – bleib dabei!

E wie Einkaufen

…und nachhaken. Informiere Dich über die Arbeitsbedingungen in der Produktion und das öko-soziales Engagement deiner Lieblingsmarken. Teile ihnen mit, dass Dir menschenwürdige Arbeitsbedingungen und die Bezahlung eines existenzsichernden Lohns wichtig ist. Frage im Laden nach oder schicke der Firma den Kassenbon per Post mit einer Nachricht zu! Oder probiere das ganz modern mit einem Tweet oder einer Message auf Facebook!

F wie Fashion Revolution

Fashion Revolution wurde 2014 zum ersten Jahrestag des Einsturz des  Rana-Plaza-Gebäudes ins Leben gerufen. Was mit einer einfachen Frage angefangen hat – “Who made my clothes” – ist zu einer weltweiten Bewegung angewachsen, die sich die Herstellung unsere Kleidung genauer anguckt und Alternativen zum Massenmarkt bietet. In vielen Städten Deutschlands organisieren Gruppen – oft in Kooperation mit Aktivist*innen der Kampagne für Saubere Kleidung – Talks und Events während der Fashion Revolution Week jeden April. Recherchiere ob auch in deiner Stadt etwas geplant ist.

G wie Gewerkschaft

Setze Dich gegen Repressionen gegenüber Gewerkschaften und gegenüber den Menschen, die ihre Rechte einfordern, ein. Unterstütze Arbeitskämpfe weltweit und auch hier in Deutschland. – Wie sieht es aus mit Betriebsräten in den großen Läden deiner Stadt? Bist du Mitglied einer Gewerkschaft, kannst Du einer beitreten? Informiere Dich über den harten Kampf um Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit in Produktionsländern!

Suche “Haul” bei YouTube und Du findest tausende von Videos, in der Menschen die von ihnen kürzlich „erbeuteten“* Kleidung und Accessoires vorstellen . 10, 13, teilweise 17 Minuten lang beschreiben sie die Produkte, geben Tipps und erzählen auch von sich. Dieses Phänomen ist ein fester Bestandteil der (Fast-Fashion-)Modeszene geworden und ist nicht mehr wegzudenken. Aber in Frage stellen kann man immer und unsere Mannheimer Regionalgruppe hat genau das getan >>>

*Das englische Wort Haul heißt „Fang / Ausbeute“

H wie Haulternative

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I wie informieren

Die Seite “Mode & Menschenrechte” bietet einen Einstieg in unsere Themen und Arbeit. Unsere Infomaterialien und –videos geben einen Überblick über die Situation in unterschiedlichen Produktionsländern. Wenn Du dein Wissen vertiefen willst, liefern Dir unsere Studien noch mehr Hintergrundinformationen.

J wie Jenga

„Brandschutz“, „Fluchtwege“, „Lohn zum Leben“, „Inspektionen“, „Arbeitsschutz“, – alle wichtige Bestandteile der Sicherstellung menschenwürdiger Arbeitsbedingung. Mit einem riesigen Jengaspiel kann man gut darstellen, dass man auf all dies (und mehr) achten muss um Menschenrechtsverletzungen in der Produktionskette zu vermeiden. Zieht man einen Stein nach dem anderen heraus – stützt der Turm schließlich ein, und nichts ist sicher. Die Idee hatte unsere Berliner Aktionsgruppe und es bietet sich u.a. für Straßenaktionen an – Die Jengateile haben sie aus Schuhkartons gebastelt. Probier’s mal aus!

K wie Klamottenkur

Ob nur für einen Tag, etwa am Kauf-Nix Tag, für ein vollen Monat oder ein ganzes Jahr – Man könnte denken, Klammottenkuren sind das neue Schwarz! Setze ein Zeichen gegen Konsumwahn und Wegwerfmode, indem Du seltener und überlegter – oder für eine Zeit lang gar nichts einkaufst. Wie viele Kleidungsstücke hast Du im Kleiderschrank? Wie viele trägst Du regelmäßig? Wie viele kaufst Du im Jahr neu ein? Wie viele wirfst Du weg? Wie viele brauchst Du wirklich?

Randnotiz: Ein rigider Konsumverzicht auf Dauer oder Boykott hilft den Arbeiter*innen in den Fabriken nicht! Viel besser ist es, bewusst zu konsumieren und den Firmen immer wieder mitzuteilen, was man sich wünscht: Kleidung, die Freude macht, ohne Ausbeutung

L wie Limbo

Tanze den Lohn zum Leben-Limbo, um die schlechte Bezahlung der Näher*innen zu veranschaulichen! Er ist umgekehrt als der normale Limbo – die Stange liegt zuerst unten auf der Erde und symbolisiert den Mindestlohn, den die Arbeiter*innen in den Produktionsländer bekommen, der kein existenzsichernder Lohn ist. Die Politik und die Modeindustrie halten die Stange, denn sie setzen die (gesetzlichen) Rahmenbedingungen. Mit steigendem Lohn, klettert auch die Limbostange nach oben und umso leichter ist es, den Limbo zu tanzen!

M wie Multiplikator*in

Werde Multiplikator*in für die Kampagne für Saubere Kleidung! Bringe unsere Themen, u.a. Vereinigungsfreiheit und Gewerkschaftsrechte sowie Gesundheit und Sicherheit, in den Schulunterricht und bei außerschulischer Bildungsarbeit und Weiterbildungen ein. Dazu stellen wir gerne Bildungsmaterial zu Verfügung.

N wie Newsletter

Abonniere unseren Newsletter und halte Dich auf dem Laufenden mit regelmäßigen Updates. Neben Kampagnennews, stellen wir wichtige Berichte, neue Studien, Materialien, Aktionen, Projekte und aktuelle Termine vor.

O wie organisieren

Organisiere eine Filmvorführung oder eine Kleidertauschparty! Organisiere einen Info- und Diskussionsabend, bei dem Du z.B. unsere Videos zeigst und anschließend mit dem Publikum darüber diskutierst! Vielleicht bekommt ihr dabei auch Ideen, wie ihr gemeinsam weiter aktiv werden wollt.

P wie Politik

Mache Politiker*innen aufmerksam: Frage bei Deinem/r Wahlkreisabgeordneten nach, ob sie/er sich mit dem Thema bereits befasst hat und sich für unsere politischen Forderungen einsetzen möchte.

Q wie quan­ti­fi­zie­ren

Merke Dir ein paar Zahlen und Statistiken, damit Du die für die nächste Gelegenheit parat hast:

Rund 14 kg Kleidung kaufen die Deutschen pro Person jedes Jahr, das sind umgerechnet etwas 140 T-Shirts.

In Albanien stellt der Mindestlohn lediglich 24% eines existenzsichernden Lohns da.

In Bangladesch beträgt der gesetzlicher Mindestlohn 63 € im Monat – Arbeiter*innen bräuchten ca. 5 mal so viel, damit der Lohn zum Leben reichen würde.*

R wie Referent*in

Lade eine/n Referent*in aus unserem Netzwerk für einen Vortrag in Eurer Gruppe, Gemeinde, Schule oder Uni ein. Melde Dich einfach bei unserem Koordinationsbüro und wir setzen Dich in Kontakt mit Multiplikator*innen in Deiner Nähe.

Studierende aufgepasst! -  FairSchnitt bietet deutschlandweit Workshops für Mode-, wirtschaftswissenschaftlichen Nachhaltigkeits- und Lehramtsstudiengängen an.

S wie stellen… aus

Bestelle eine unserer Ausstellungen und stelle die in Deiner Stadt, Gemeinde, Schule oder Uni aus.

T wie Transparenz

Fordere Modemarken auf, ihre Lieferketten offen zu legen und mehr Transparenz über die Einkaufspraxis zu gewährleisten. Frage bei Deiner Lieblingsmarke nach, unter welchen Bedingungen ihre Kleidung hergestellt wird und was sie für eine sozial- und umweltverträgliche Lieferkette tun!

U wie unterstützen

Unterstütze uns mit einer Spende. Für unsere Arbeit benötigen wir nicht nur viele helfende Hände, sondern auch finanzielle Unterstützung. Um weiterhin öffentlichen Druck auf jene Firmen ausüben zu können, die Arbeits- und Menschenrechte in ihrer Lieferkette missachten, sind wir auf Eure Spenden angewiesen!

V wie Verein

Bist Du im Sportverein aktiv? In einer Tanzgruppe? Oder vielleicht für die Bestellung der Abschluss-Shirts an der Schule zuständig? Bestellt ihr Jerseys oder Gruppenshirts? Setze Dich dafür ein, dass Ihr auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit in der Produktion achtet!

W wie weitersagen

Teile Dein Wissen und Deine Erfahrung. Erzähl Deinen Freund*innen, Deiner Familie, Deiner Arbeitskolleg*innen oder Kommiliton*innen über die harte Realität in der Herstellung von Kleidung. Sensibilisiere die Menschen in Deinem Umfeld für die Anliegen unserer Kampagne. Verfasse Leser*innenbriefe an Zeitungen oder in Onlineforen. Bestelle unsere Infomaterialien und Plakate und verteile diese z.B. in Deiner Uni oder Deinem Lieblingscafé!

X wie xerografieren!

… bzw. kopieren: Lade unsere Statements-Posterserie herrunter und xerografiere ein paar Kopien! Stell die in deinem Kiez / deiner Nachbarschaft aus und mache somit Werbung für unseren Webauftritt!

Y wie Youtube & co.

Folge uns auf Facebook, Instagram, Twitter und Youtube! Gebe eine Bewertung auf Facebook ab. Like und teile unsere Beiträge. So hilfst Du uns ein breiteres Publikum zu erreichen.

Z wie zerstörte Werbung

Aka Adbusting. Entlarve Werbung mit kreativen Mitteln! – Bestehende Werbung kann mit kleinen, aber feinen Veränderungen eine neue Bedeutung verliehen oder sogar komplett umgekehrt werden. Probiere es mal aus! Lass Dich von der Künstler*innengruppe Dies Irae inspirieren, die u.a. für dieses “Primark-Jobangebot” bekannt sind >>>

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