Ungarn

Hintergrund

Die ungarische Textilindustrie beliefert vor allem Westeuropäische Markenunternehmen. Viele Luxusmarken lassen hier produzieren, denn Ungarn ist ein idealer Standort: es liegt innerhalb der EU und bietet auf grund der geographischen Nähe zu Westeuropa einen klaren Standortvorteil. Die Produktionskosten liegen deutlich unter denen in Westeuropa und die Qualität ist gut. Die Textilindustrie produziert größtenteils für den Export. 2016 waren 63% der produzierten Textilien für den Export bestimmt.

Die Association of Hungarian Light Industry (AHLI) schätzt, dass 90% der Exporte unter das EU-Handelssystems der Passiven Lohnveredelung (PLV oder Outward Processing Trade, OPT) fallen und für EU Mitgliedsstaaten bestimmt sind. Die Textilindustrie ist in den ärmsten Regionen des Landes angesiedelt.

Fehlende Arbeitskräfte plagen und bedrohen das Fortbestehen die ungarische Textilindustrie. Der Beruf der Textilarbeiter*in genießt kein hohes Ansehen auf grund der niedrigen Löhne, komplexe Arbeitsschritte und körperliche Belastung. Der öffentliche Sektor ist eine große Konkurrenz zu Textilindustrie. Die Industrie hat viele alternden Arbeitskräfte.

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Anzahl Textil- & Schuhfabriken 2017
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Beschäftigte Bekleidungs- und Schuhindustrie 2017
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Gesetzlicher Mindestlohn 2017
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Lohn zum Leben 2017
“Wir bekommen schrecklich wenig (Gehalt). Früh aufstehen mit dem Bus fahren, 8 Stunden harte Arbeit für weniger als 70,000 (230 EUR) im Monat und das im 21. Jahrhundert. Es ist so ausweglos, dass ich mich oft frage: “Lohnt es sich dafür überhaupt noch morgens aufzustehen?” (Arbeiter*innen) akzeptieren einfach alles was der Chef sagt, es gibt keine Beschwerden oder Streit: Sie sagen einfach ‘OK, Sie haben Recht’. Und das sind alles Frauen über 50. Einfach tragisch.”
Fabrikarbeiterin

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Kontakt

Bettina Musiolek

Bettina Musiolek

Referentin Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen + CCC-Koordinatorin für Osteuropa und Türkei

bettina.musiolek@einewelt-sachsen.de

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