Rückblick: #NieWiederRanaPlaza – 6 Jahre danach

Es ist 6 Jahre her, seit das Gebäude Rana Plaza zusammenstürzte und 1.134 Arbeiter*innen in den Tod riss. Nach dieser Katastrophe beteuerte die gesamte Textilindustrie #NieWiederRanaPlaza in die Realität umzusetzen. Aber 6 Jahre danach dominieren Repression und Armutslöhne weiterhin die Industrie und die bereits erzielten Fortschritte, Fabriken sicherer zu machen, sind erneut bedroht.

Um den 6. Gedenktag von Rana Plaza haben unsere Regionalgruppen und viele andere aus unserem Netzwerk zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten (mit)organisiert. Hier, ein kleiner Rückblick:

BERLIN

Am 23. April kamen Aktivist*innen und Interessierte mit der Aktionsgruppe Berlin und dem INKOTA-netzwerk für einen Info-, Film- und Aktionsabend zusammen. Mit der Fotoaktion “Wir zeigen Gesicht für Bangladesch!” wollten wir die Stimmen der Arbeiter*innen in Bangladesch aufgreifen, verstärken und sichtbar machen. Artemisa Ljarja, Eilaktionskoordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung hat einen Vortrag zur aktuellen Lage in Bangladesch gehalten. Die Themen waren u.a.: “Was hat sich in den letzten sechs Jahren bewegt?” und “Was muss noch geschehen?”. Einen Blick in den Fabriksalltag vieler Arbeiter*innen in der Textilbranche hat uns den Film MACHINES gegeben. Mit starker Bildsprache, unvergesslichen Bildern und Interviews mit einzelnen Arbeitern erzählt Regisseur Rahul Jain eine Geschichte von Ungleichheit und Unterdrückung, Menschen und Maschinen.

BREMEN

Im Rahmen des Begleitprogramms der Ausstellung “use-less” fand am 24. April der Fashion Revolution Day – Gedenktag 6 Jahre nach Rana Plaza auf dem Marktplatz Bremen statt. Studierende, junge Aktivist*innen, eine Senior*innengruppe und Migrant*innen gestalteten mit der Bremer Regionalgruppe und dem biz am Nachmittag ein buntes Event mit vielfältigen Mitmachangeboten und Informationen rund um Textilproduktion, Kleiderkonsum und Alternativen. An den Ständen konnten die Besucher*innen Informationen sammeln, bei einer Fotoaktion zum Fashion Revolution Day teilnehmen, Spiele wie Transparency Games und XL-Jenga ausprobieren. Außerdem konnten Besucher*innen Teile eines Strickpullovers am Wollator mitstricken, aus Stoffresten eigene Aufnäher gestalten, Windlichter und Schmuck basteln und erfahren wie mit Kette und Schuss ein Stoff entsteht. Forderungen an Politik, Wirtschaft und Konsument*innen zur Verbesserung der Missstände wurden auf Stoffstücke geschrieben und an einer Wäscheleine über den Marktplatz gehängt! Die Veranstalter*innen und die Besucher*innen fordern mehr Verbindlichkeit bei den Textilstandards!

BRAUNSCHWEIG

Die Regionalgruppe Braunschweig plante, im Rahmen der „Fashion Revolution Week 2019“, eine Aktionswoche in Braunschweig, in der durch verschiedene öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen die Braunschweigerinnen und Braunschweiger für das Thema der fairen Arbeits- und Lebensbedingungen entlang der Wertschöpfungskette in der Textilbranche informiert wurden. Es fanden Vorträge, Kleidertauschpartys, ein Reparaturatelier, eine Filmvorführung von „The True Cost“ und einen Upcycling-Workshop statt.

Die Ausstellung mit neu konzipierten Informations-Aufstellern über die Bandbreite der Produktion waren zu den Veranstaltungen immer zugänglich. Auf wetterfeste Folie gedruckt, kann sie nun zu weiteren Veranstaltungen reisen. Am Samstag dem 27.04. platzierten wir die beiden Informations-Aufsteller zusammen mit dem „Haufen Elend“ (einem Altkleiderhaufen) vor dem Ringerbrunnen in der Innenstadt von Braunschweig. Während wir die Passant*innen informierten und Flyer mit Einkaufalternativen verteilten, wurde die Ausstellung von vielen weiteren Menschen interessiert gelesen.

BONN

Eine gewaltvolle Szene mitten in der Bonner Innenstadt: Immer wieder erhebt der Aufseher seine Hand gegen die Näherin und hinterlässt mit jedem symbolischen Schlagen, Kneifen, Festhalten einen blauer Handabdruck auf ihrer weißen Kleidung. Anlässlich des Rana Plaza Gedenktages machten Bonner Aktivistinnen am 24.04.2019 mit einem Aktionstheater auf die problematischen Arbeitsbedingungen in der Modeindustrie aufmerksam. Durch ein Megafon wurden die vorbeikommenden Passant_innen über den Fabrikeinsturz von Rana Plaza informiert, über den hohen Leistungsdruck der Akkordarbeit, die schlechten Arbeitsbedingungen und die Gewalterfahrungen, unter denen die Arbeiter*innen zu leiden haben. Mit einem blauen Handabdruck konnten Besucher_innen selbst ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen und fanden am Aktionstisch Informationen über (un)faire Kleidung, Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie und Konsumalternativen. Die Aktion wurde von FEMNET und dem offenen FEMNET-Treff “FairQuatschen” durchgeführt. 

DRESDEN

Am 23.04.2019 – 6 Jahre nach Rana Plaza lud die Aktionsgruppe Dresden und das ENS e.V. zum Aktionsabend ein. Wir kamen zusammen um uns solidarisch mit den Arbeiter*innen der Textilindustrie zu zeigen. Dafür nahmen wir aktuelle Entwicklungen für sichere Fabriken und existenzsichernde Löhne zum Anlass. Von Bangladesch bis Bulgarien – anhand von Kurzfilmen der Clean Clothes Campaign informierten wir uns über aktuelle Fälle und wurden anschließend aktiv. Wir hauchten unscheinbaren, bisher ausgedienten T-Shirts neues Leben ein und durch schneiden, aufnähen und aufdrucken, machten wir die Stimmen der Arbeiter*innen sichtbar. Um anschließend raus in die Geschäfte zu gehen und unsere Aktionsmaterialien (un)scheinbar zu platzieren.

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