Fünf Wochenenden in fünf Städten mit engagierten Menschen = 22 FairCademy-Absolvent*innen

Die FairCademy ist eine Schulungsreihe für interessierte Menschen, die ihr Wissen im Bereich “Mode und Menschenrechte“ vertiefen wollen und neue Handlungsmöglichkeiten für ihr Engagement gegen Ausbeutung in der Modeindustrie kennenlernen möchten – organisiert durch das Entwicklungspolitische Netzwerk Sachsen (ENS) in Kooperation mit dem Frauenwerk der Nordkirche, beide Mitglieder der Kampagne für Saubere Kleidung.

Von September 2018 bis Mai 2019 trafen sich für die FairCademy 22 engagierte Menschen an fünf Wochenenden. In der Gruppe und mithilfe von Referent*innen aus verschiedenen Ländern der Bekleidungsproduktion bildeten sie sich weiter zu den sozialen wie ökologischen Problemen entlang der textilen Kette, zu Menschenrechten und deren mangelhafter Umsetzung in der Modeindustrie. Gemeinsam besuchten wir ehemalige Zentren der mitteleuropäischen Textilindustrie, wie die Lausitz in Ostsachsen und Neumünster in Holstein, einen Betrieb der Altkleidersortierung, eine Textilfabrik und das neumünsteraner Museum “Tuch+Technik”. Außerdem forderten wir vor dem Einkaufszentrum Neumünsters, genauso wie die Clean Clothes Campaign (CCC)-Regionalgruppen in verschiedenen anderen Städten, H&M dazu auf, den Näher*innen seiner Zulieferfabriken endlich faire existenzsichernde Löhne zu zahlen.

Während Artemisa Ljarja einen Einblick in ihre Arbeit als Eilaktionskoordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung geben konnte und von Recherchen in der albanischen Bekleidungsindustrie berichtete, konnte Georgi Medarov bei einer Abendveranstaltung in Schwerin einen Eindruck von den äußerst problematischen Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie Bulgariens geben. Tansy Hoskins, Journalistin und Autorin des antikapitalistischen Buchs der Mode, war zu Gast beim dritten Modul im Erfurter “Radio Frei”, wo sie die Frage des Veranstaltungstitels „Kann denn Mode feministisch sein?“ anhand eines Vortrags beantwortete.

Ein wichtiger Teil der Schulungsreihe war es, eigene Menschen-, Arbeits- und Gewerkschaftsrechtekennenzulernen. Dazu (wie zu allen anderen Modulen auch) ist das E-Learning Modul 2 inklusive Quiz entstanden, das auf der faircademy.org-Website zu finden ist.

Zum Thema „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ fokussierten wir zum einen mit der CCC Turkey die tödliche Technik des Sandstrahlens um den „Used-Look“ bei Jeans zu erzeugen und zum anderen mit Berndt Hinzmann von der Kampagne Change Your Shoes die extrem gesundheitsschädigenden Praktiken in der Schuh und Lederindustrie. Außerdem ging Bettina Musiolek (Ko-Koordinatorin CCC Zentral-/Ost-/Südost-Europa) auf den mangelhaften Nutzen von Sozialaudits in Fabriken, freiwillige Selbstverpflichtungen in Mulsistakeholder-Initiativen und der Forderung nach einem verbindlichen Lieferkettengesetz ein.

Methodisch konnten wir uns mit den beiden Theaterpädagoginnen Annika Sterr und Franziska Hanisch austoben, gemeinsam probierten wir uns an Techniken des Straßen- und Aktionstheaters. Helen Gimber von der Berliner CCC-Regionalgruppe ließ uns an ihren Erfahrungen in der Entwicklung von Ideen, Planung und Umsetzung von Straßenaktionen teilhaben und Christine Höbermann von der Leibniz Universität Hannover stellte uns die Methode der Lebenslinien-Diagramme (Filme für die Erde, S.89) als Versuch sich in die Situation anderer Personen einzufühlen vor. Letztlich wurde es noch farblich kreativ beim Siebdrucken von Shirts und Beuteln in Schwerin.

Fünf Wochenenden in fünf Städten mit engagierten Menschen, brachte 22 Absolvent*innen hervor, Expert*innen auf dem Gebiet „Mode und Menschenrechte“, die ihr Wissen jetzt bei Veranstaltungen in Vorträgen und Workshops weitergeben können (solltet ihr auf der Suche nach eine*r/m Referent*in/en zum Thema sein, einfach nachfragen).

weitere Informationen zur Schulungsreihe:
www.faircademy.org

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