Jahrelang um Lohn und Abfindung geprellt – Arbeiter*innen reichen Beschwerde gegen s.Oliver und Uniqlo ein

Arbeiter*innen in Indonesien haben Beschwerde gegen s.Oliver und Uniqlo eingereicht und fordern seit Jahren ausstehenden Gehaltszahlungen.

3.12.2019, Berlin. Zusammen mit der Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign, CCC) haben 2.000 Arbeiter*innen der indonesischen Jaba Garmnido Factory Group Beschwerde bei der Fair Labour Association (FLA) eingereicht – eines der letzten verfügbaren Mittel, um in ihrem Fall Abhilfe zu schaffen. Seit ihre Fabrik im April 2015 über Nacht geschlossen worden war, wenige Monate nachdem Uniqlo und s.Oliver keine Aufträge mehr platzierten, hatten die ehemaligen Beschäftigten alle ihnen zur Verfügung stehenden rechtlichen Verfahren genutzt, um die immer noch ausstehenden Gehälter und Abfindungen in Höhe von 5,5 Millionen US-Dollar gelten zu machen. Trotz der weltweiten Unterstützung durch die Kampagne #PayUpUniqlo weigern sich Uniqlo und die deutsche Marke s.Oliver bis heute, an einem ernsthaften Verhandlungsprozess teilzunehmen.

Die Beschwerde richtet sich gegen die genannten Unternehmen wegen Verstoßes gegen den Verhaltenskodex der FLA und ihre „Grundsätze für faire Arbeit und verantwortungsvolle Beschaffung“, die darauf abzielen, den „respektvollen und ethischen Umgang mit den Arbeitnehmern“ zu gewährleisten und „nachhaltige Bedingungen“ in der Bekleidungsindustrie zu fördern.

„Was von s.Oliver und Uniqlo verlangt wird, ist kein Ausnahmefall. Was außerordentlich ist, ist die völlige Weigerung entsprechend dem aufstrebenden Industriestandard zu agieren. Und das, obwohl viele andere Marken, so z.B. Nike, Adidas, Disney, Fruit of the Loom, Hanesbrands, H&M oder Walmart sich diesem längst verpflichtet haben, um dafür Sorge zu tragen, das Arbeiter*innen ihre rechtmäßige Entlohnung erhalten“, ordnet Artemisa Ljarja, Eilaktionskoordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC Deutschland), die Situation ein.

Warni Lena war eine derer, die in der Fabrik Bekleidung für Uniqlo und s.Oliver herstellte. Sie arbeitete 22 Jahre in der Fabrik und hat nun wenig Aussicht auf einen neuen Job in der Bekleidungsindustrie, in der hauptsächlich junge Frauen eingestellt werden. Warni und 2.000 weitere Arbeiter*innen wurden bis heute nicht entschädigt und warten noch immer auf die Auszahlung ihrer Löhne und Abfindungen. Fast 600 der ehemaligen Arbeitnehmer*innen leben in Not und sind gezwungen, Arbeitsplätze anzunehmen, deren Bezahlung deutlich unter dem Mindestlohn liegt. Die Kampagne für Saubere Kleidung fordert Uniqlo auf, die Schulden von 5,5 Millionen US-Dollar  unverzüglich an die Arbeiter*innen zu zahlen, sodass sie eine Chance auf ein würdiges Leben haben.

Kontakt:

Artemisa Ljarja, Eilaktionen/ Kampagne für Saubere Kleidung, Tel: +49 (0) 1788233079, E-mail:  eilaktionen@saubere-kleidung.de

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