Aktuell arbeiten rund 56.000 Frauen und Männer formell in diesem Sektor (2024, Chamber of Commerce Serbia). In den 80er Jahren hingegen hatte dieser Wirtschaftszweig etwa 250.000 formell beschäftigte Arbeiter*innen. Neben dem massiven Verlust an Arbeitsplätzen hatte die Deindustrialisierung noch eine weitere verheerende Auswirkung für die Zukunft der Bekleidungs- und Textilindustrie in Serbien: Heute werden 90 Prozent der Ausgangsstoffe für die Bekleidungsproduktion importiert; in den 1980ern wurden diese von der jugoslawischen Textilindustrie erzeugt.
Heute ist die Textilindustrie des Landes so gut wie verschwunden, und die Bekleidungs-/Schuhindustrie funktioniert hauptsächlich über das System der Passiven Lohnveredelung (PLV), ein EU-Handelssystem für zollfreien Reimport der Bekleidung und Schuhe aus Serbien in EU-Mitgliedsstaaten, vorwiegend Italien und Deutschland. Die Passive Lohnveredelung oder „Lohn“-Produktion, wie sie in vielen südosteuropäischen Ländern genannt wird, wurde seit den 70er Jahren und wird von der EU genutzt, um arbeitsintensive Schritte in der Modeherstellung zollfrei in Niedriglohnländer auszulagern.










