Ein weißer Pritschenwagen voller Menschen.

Tödliche Arbeitswege: 14 Textilarbeiter*innen sterben in Kambodscha

Am 23. Mai 2026 ereigneten sich in Kambodscha zwei schwere Verkehrsunfälle mit Fahrzeugen, die Textilarbeiter*innen beförderten. Bei den Vorfällen kamen 14 Textilarbeiter*innen ums Leben, 79 wurden verletzt. Die Vorfälle haben eine Debatte neu entfacht, die seit Jahren läuft: die gefährlichen Transportbedingungen für Beschäftigte der kambodschanischen Bekleidungsindustrie. Nichtregierungsoganisationen und Gewerkschaften fordern konkrete Maßnahmen von der Regierung und internationalen Modemarken.

Textilarbeiter*innen in Kambodscha werden häufig auf der Ladefläche von Kleintransportern zu den Fabriken befördert. Immer wieder kommt es zu schweren Verkehrsunfällen. Die Gewerkschaft CENTRAL weist erneut auf die seit Jahren bestehenden Sicherheitsbedenken hinsichtlich unsicherer und überfüllter Transportmittel hin, mit denen Textilarbeiter*innen zu den Fabriken gelangen.

Das Ausmaß der Unfälle

Nach Angaben des Arbeitsministeriums ereignete sich der Unfall in Kampong Chhnang, als ein großer Lastkraftwagen mit einem Kleintransporter kollidierte, der 53 Arbeiter*innen beförderte, darunter 50 Frauen. Neun Arbeiter*innen kamen ums Leben, neun weitere wurden schwer und 35 leicht verletzt. Die betroffenen Arbeiter*innen waren nach vorliegenden Informationen bei Can Sports Shoes Co., Ltd. beschäftigt, einem in den Lieferantenlisten von Adidas geführten Hauptzulieferer.

Ein weiterer Unfall ereignete sich in Svay Rieng zwischen zwei Pritschenwagen , die Arbeiter*innen beförderten. Das Ministerium meldete 40 Betroffene, darunter 24 Frauen. Davon starben 5 Arbeiter*innen, 6 wurden schwer verletzt und 29 erlitten leichte Verletzungen.

Insgesamt waren 93 Arbeiter*innen von den beiden Unfällen betroffen, darunter 74 Frauen. 14 Arbeiter*innen kamen ums Leben, darunter 10 Frauen; 15 Arbeiter*innen wurden schwer verletzt, darunter 12 Frauen. Eine der verstorbenen Arbeiterinnen war schwanger.

Zivilgesellschaftliche Organisationen und Gewerkschaftsverbände fordern dringende Maßnahmen zum Schutz von Textilarbeiter*innen in Kambodscha!

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Die verheerenden Verkehrsunfälle sind keine Einzelfälle. Sie sind Teil eines anhaltenden Musters unsicherer Beförderungsbedingungen, mit denen Arbeiter*innen in Kambodscha konfrontiert sind. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Gewerkschaftsverbände fordern dringende Maßnahmen zum Schutz der Textilarbeiter*innen.

Organisationen und Gewerkschaften fordern Schutzmaßnahmen

Die Organisationen hoben die sofortige Reaktion der Regierung positiv hervor, die medizinische Hilfe und Entschädigungen über die nationalen Sozialversicherungsmechanismen bereitstellte.

Notfallmaßnahmen allein reichen jedoch nicht aus. Täglich fahren Tausende von Arbeiter*innen in überfüllten Pritschenwagen, die nicht für den Personentransport ausgelegt sind, zur Arbeit in den Fabriken. Die Arbeiter*innen sind oft gezwungen, auf der Ladefläche zu stehen oder zu sitzen, ohne Sicherheitsgurte oder grundlegende Schutzvorrichtungen.

  • Die Regierung Kambodschas muss unsichere Arbeiter*innentransporte unterbinden und durch verbindliche Sicherheitsstandards, Kontrollen und Investitionen in sichere Verkehrssysteme ersetzen.
  • Arbeitgeber*innen sind aufgefordert, sichere Transportmöglichkeiten bereitzustellen und die Sicherheit auf dem Arbeitsweg als Teil ihrer Sorgfaltspflicht zu verankern.
  • Die Kampagne für Saubere Kleidung appelliert zudem an die Modeunternehmen im Globalen Norden. Diese müssen ihre Verantwortung bei der Bekämpfung systemischer Risiken innerhalb ihrer Lieferketten anerkennen und ausreichend finanzielle Unterstützung bereitstellen, damit Fabriken in sichere Transportmöglichkeiten investieren können. Die Sicherheit der Arbeiter*innen muss über die Fabriktore hinausgehen.

Es darf nicht sein, dass Arbeiter*innen Verletzung und Tod riskieren, um zur Arbeit zu kommen.

Zivilgesellschaftliche Organisationen und Gewerkschaftsverbände fordern dringende Maßnahmen zum Schutz von Textilarbeiter*innen in Kambodscha!

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Beitragsbilder: © Martin De Wals Will Baxter (2012)
Gesundheit und Sicherheit, Kambodscha, Sicherheit und Gesundheit

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