Lohn zum Leben

„Made in Europe“ – Die ungeschminkte Wahrheit

In Osteuropa und der Türkei wird schon seit Jahrzehnten für die Mode- und Schuhmarken auf dem Weltmarkt gefertigt. Wir fragen nach, ob die Näher*innen auch davon leben können.

Die Clean Clothes Campaign arbeitet mit Beschäftigten der Bekleidungsindustrie auf der ganzen Welt. Während vielen Menschen inzwischen bewusst ist, dass Näher*innen in Asien schrecklichen Arbeitsbedingungen und Armutslöhnen ausgesetzt sind, sind sie tatsächlich weltweit in der Bekleidungsindustrie zuhause.

Die Lohnlücke in Ost- und Südosteuropa zusammengefasst

Zwischen den gesetzlichen Mindestlöhnen in Ost- und Südosteuropa und der Türkei und dem, was Arbeiter*innen wirklich brauchen, um mit ihrer Familie über die Runden zu kommen, besteht eine große Lücke. Die Infografik bezieht sich auf die monatlichen Beträge in Euro.

(dunkelblau: gesetzlicher Mindestlohn in EUR,
orange: Berechnung des existenzsichernden Lohns in EUR)

Europas Sweatshops

Im November 2017 hat die Clean Clothes Campaign den Report „Europas Sweatshops“ veröffentlicht. In der Schuh- und Bekleidungsindustrie überall in Ost- und Südosteuropa werden strukturell verankerte Armutslöhne und belastende Arbeitsbedingungen dokumentiert. Trotz Überstunden verdienen Beschäftigte in der Ukraine nur 89 Euro pro Monat. Ein existenzsichernder Lohn müsste dort fünfmal so hoch sein. Kunden sind Modemarken wie Benetton, Esprit, GEOX, Triumph und Vero Moda.

Diese europäischen „Sweatshops“ (Ausbeuterbetriebe) bieten oft erfahrene, qualifizierte, aber trotzdem billige Arbeitskräfte. Viel zu oft bekommen sie nur den Mindestlohn, der zwischen 89 Euro in der Ukraine und 374 Euro in der Slowakei liegt. In vielen asiatischen Ländern sind die Mindestlöhne höher.

Die gesetzlichen Mindestlöhne in der Region liegen unterhalb der offiziellen Daten der Armutsgrenze und des Existenzminimums. Die Konsequenzen sind brutal: „Manchmal haben wir einfach nichts zu essen“ sagt eine Frau, die in einer Bekleidungsfabrik in der Ukraine arbeitet.

Die Clean Clothes Campaign fordert die Marken auf, endlich einen Existenzlohn zu zahlen und gemeinsam mit ihren Lieferanten daran zu arbeiten, dass die illegalen und unmenschlichen Arbeitsbedingungen ausgemerzt werden.

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Kontakt

Dr. Bettina Musiolek

Dr. Bettina Musiolek

Ko-Koordinatorin für CCC Osteuropa und Türkei, Referentin für Wirtschaft & Menschenrechte beim ENS

Sprich mich dazu an: Armutslöhne, Mindestlöhne, Existenzlöhne: Lohn zum Leben | Kampagne “Turn Around, H&M!” | Region: Ost-, Mittelost-, Südosteuropa und Türkei: Made in Europe | Asia Floor Wage Alliance | Arbeit der internationalen Clean Clothes Campaign

Ich arbeite von Dresden aus.

E-Mail:bettina.musiolek (at) einewelt-sachsen.de

Tel.:+49 (0)351 43 83 78 61 (Di-Do)

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