Ein voller Erfolg in Rumänien: Sieg vor Gericht einer Arbeiterin gegen die Fabrik, in der sie zuvor arbeitete

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Durch ihren Mut und ihre Inspiration hat eine Kleidungsherstellerin der gesamten rumänischen Gesellschaft und den internationalen Bekleidungsmarken einen Spiegel vorgehalten. Angelica Rădulescu (früher: Manole) erhielt ursprünglich nur 693 Lei für einen ganzen Monat Arbeit, in dem sie Kleidung herstellte, die für Hunderte von Euro verkauft wird. Angelika Manole war die Einzige, die sich beschwerte und öffentlich darüber sprach, was ihr widerfahren war, obwohl es viele andere Frauen in ihrer Situation gab.

Zunächst handelte die Fabrik Tanex nach dem Prinzip der Rache: Sie entließ Angelica, weil sie sich „in den Medien öffentlich geäußert“ hatte, obwohl alle von uns befragten Expert*innen die Entlassung als rechtswidrig bezeichneten. Dann hat die Fabrik es sich doch noch einmal anders überlegt. Allerdings nur, weil die Marken den Druck erhöht haben. Die Marken wurden von der internationalen Clean Clothes Campaign (CCC), Mai Bine und Angelica Manole kontaktiert und mit den Problemen konfrontiert.

Die Marken standen im Dialog mit der CCC und Mai Bine, die ihnen ausführlich dokumentierte Beweise für die Umstände in der Fabrik zeigten. Sie führten ihre eigenen Prüfungen durch und einige beschlossen, Maßnahmen zu ergreifen. Diese Marken waren zwar auf der Tanex-Website abgebildet, wurden aber von der rumänischen Presse kaum beachtet, während die deutsche Presse darüber berichtete.

Auch wenn die Marken in diesem Fall die Fabrik belangen konnten, so tragen sie doch einen erheblichen Teil der Schuld. Marken, selbst Luxusmarken, drängen die Fabriken zu möglichst niedrigen Kosten, und die Fabriken geben diesen Druck an die Arbeiter*innen weiter. Die Fabriken konkurrieren miteinander, um die niedrigsten Kosten auf dem Rücken der Arbeitnehmer*innen zu erzielen.

Aber Angelica wich nicht zurück und kämpfte weiter für die ihr zustehenden Löhne. Sie beschloss, das Unternehmen wegen der nicht gezahlten Löhne zu verklagen, und im November traf das Gericht eine endgültige Entscheidung. Tanex muss Angelica Manole ihren vollen Lohn zahlen, rückwirkend.

Es ist Angelika hoch anzurechnen, dass sie den Mut hatte, sich zu äußern. Und wir danken den Menschen, die empört waren, die für Angelika gespendet haben, die Fairness gefordert haben.

Geschichten wie diese sollten denjenigen erzählt werden, die die Hoffnung verloren haben: Jeder Beitrag ist wichtig, auch wenn er noch so klein ist, auch wenn die Wirkung nicht immer sofort sichtbar ist. Gemeinsam sind wir stark!

Hintergrund:

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Beitragsbilder: Solidarität mit Angelica Manole: Aktivist*innen aus dem CCC-Netzwerk stellen sich hinter die Forderungen der Näherinnen. Foto: ENS e.V.; Angelica Manole
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