Wie fair zahlt Deine Marke?

Was verbirgt sich hinter dem Ladenpreis eines T-Shirts? Was bekommen davon die Arbeiter*innen? Wir nehmen führende Brands unter die Lupe.

Können die Menschen, die unsere Kleidung und Schuhe herstellen, von ihrem Lohn leben?

Jahrzehntelang haben Bekleidungs- und Einzelhandelsunternehmen ihre Profite auf niedrigen Preisen aufgebaut. Der Preis, den die Unternehmen ihren Fabriken zahlen, muss ausreichen, um die Betriebskosten der Fabrik zu decken, Material für die Produktion einzukaufen, die Produkte zu versenden, die Arbeitskräfte zu bezahlen und eine Gewinnspanne für die Fabriken zu erzielen. Die Löhne der Arbeiter*innen sind dabei die Kosten, die am leichtesten zu kürzen sind.

Die Lieferkette ins Rampenlicht rücken.

Modeunternehmen investieren Millionen in Werbung, um sich als ethisch und nachhaltig darzustellen. Sie behaupten, dass sie ihren Arbeiter*innen längst einen existenzsichernden Lohn zahlen. Aber die Realität sieht anders aus: 2020 haben wir die Aussagen von über 100 Modeunternehmen und die tatsächlichen Löhne von Textilarbeiter*innen verglichen.

Die Website Fashion Checker deckt diese Praktiken auf und bietet Arbeiter*innen, Aktivist*innen und Verbraucher*innen Zugang zu aktuellen Daten aus den Lieferketten der größten Modemarken der Welt.

Wir nehmen führende Brands unter die Lupe: zahlt Deine Lieblingsmarke einen Lohn zum Leben in der Produktion?

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Unser Hauptaugenmerk gilt Löhnen und Transparenz.

Die Löhne der Arbeiter*innen zu überprüfen ist derzeit der einzig zuverlässige Weg herauszufinden, ob Marken den Fabriken genug bezahlen, damit ihre Arbeiter*innen sicher und fair arbeiten können.

Die Ergebnisse zeigen, dass 93% der untersuchten Unternehmen ihren Arbeiter*innen keinen Lohn zahlen, der zum Leben reicht. Die meisten Unternehmen verstecken ihre mangelnden Fortschritte rund um Löhne hinter vagen Versprechungen, anstatt überprüfbare Informationen zur Verfügung zu stellen.

10 Ausreden der Modemarken

Die Standardausreden, weshalb ein Unternehmen keinen existenzsichernden Lohn bezahlen will und unsere Antworten darauf…

10 Schritte zum Existenzlohn

Was müssen Modemarken tun? Internationale Marken und Modehändler können und müssen sicherstellen, dass die Menschen, die für sie Kleidung produzieren, einen Lohn zum Leben erhalten. Sie nehmen eine wichtige Position in der globalen Lieferkette der Bekleidungsindustrie ein und haben als große Auftraggeber in Schlüsselregionen wie Asien oder Osteuropa Einfluss darauf, ob die Forderungen nach Existenzlöhnen eingelöst werden.

Sie können durch ihre Einkaufspraktiken bewirken, dass in ihren Zulieferbetrieben Löhne zum Leben bezahlt werden und Gewerkschaften für Arbeiter*innen Kollektivverhandlungen führen können. Sie können Bedingungen schaffen, die es Arbeitgeber*innen zumindest ermöglichen, Gesetze einzuhalten, anstatt Zulieferern ein korrektes Verhalten zu verunmöglichen.

Wir empfehlen Marken zehn Schritte, um langfristig und nachhaltig Löhne zum Leben zu sichern:

Zustimmung zu einem Existenzlohn.
Das Recht auf Vereinigungsfreiheit unterstützen.
Dialog oder Verhandlungen mit Arbeitnehmer*innenvertreter*innen aufnehmen, um Armutslöhne zu bekämpfen.
Öffentliche Anerkennung einer Vorgabe für existenzsichernde Löhne ( z.B. Asia Floor Wage).
Einkaufspraktiken verbessern, damit Löhne zum Leben Wirklichkeit werden.
Konkrete Schritte unternehmen unter Einbeziehung von Zulieferern und Gewerkschaften, um existenzsichernde Löhne in den Fabriken einzuführen.
An die Regierungen der Bezugsländer schreiben, existenzsichernde Löhne befürworten.
Transparent handeln. Die Auszahlung von Existenzlöhnen beweisen.
Nicht isoliert arbeiten, sondern mit anderen Unternehmen kooperieren.
Präsentation einer „Road Map“ mit einem konkreten Zeitplan zur Erreichung existenzsichernder Löhne.

Weitere Information:

ROAD MAP TO A LIVING WAGE – Expectations from NGOs and trade unions towards brands and retailers. (PDF)

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