Zwei Männer stehen in einer Werkhalle.

Von der Arbeitshose zum Fast-Fashion-Produkt: Denim-Produktion in der Türkei

Hast du Jeans im Schrank?

Fabrikhalle mit zwei Arbeitern.
Früher strapazierfähige Arbeitskleidung, heute Fast-Fashion-Produkt mit schlechten Arbeitsbedingungen.

Denim – der Stoff aus dem unsere Jeans sind – gehört heute zu den weltweit am häufigsten getragenen Kleidungsstücken. Doch hinter dieser Alltäglichkeit verbirgt sich ein Produktionssystem, das geprägt ist von

  • unsichtbar gemachten Arbeitskosten,
  • Ausbeutung,
  • Umweltschäden und
  • globalen Ungleichheiten.

In der Entwicklung der Jeans als strapazierfähige Arbeitskleidung im 19. Jahrhundert hin zum globalen Fast-Fashion-Produkt zeigt sich, wie Funktionalität und Qualität zunehmend durch Modegags ersetzt und schlechte Arbeitsbedingungen im Produktionsprozess verschleiert werden.

Die Türkei nimmt in dieser Geschichte eine besondere Rolle ein. Als einer der weltweit führenden Denim-Produzenten bildet sie ein entscheidendes Glied in den Lieferketten globaler Marken.

Studie: Denim-Produktion in der Türkei

Die Studie „Denim Production in Türkiye“ untersucht die Denim-Produktion in der Türkei auf Fragen von Arbeits- und Umweltrechten bei der Herstellung – und als Beispiel einer verschärften Form kapitalistischer Produktion.

Durch die Verknüpfung von Recherche- und Feldarbeit untersuchten die Forscherinnen, wie Denimproduktion auf verschiedenen Ebenen der Lieferkette funktioniert – mit einem Multi-Stakeholder-Ansatz, der Zertifizierungsprogramme, Großfabriken, kleine Werkstätten sowie die täglichen gelebten Erfahrungen der Arbeiter*innen umfasst.

Veröffentlicht wurden zwei spannende Reports, die Einblicke geben in ein System, dass ein ehemals langlebiges Kleidungstück entwertet und Mensch und Umwelt gefährdet.

Die Ergebnisse zeigen, wie die vielschichtige und weitgehend unsichtbare Struktur der Lieferkette riskante Produktionsschritte und Verantwortung zerstreut und verschleiert. Gewerkschaften werden in ihrer Arbeit behindert, Arbeitsrechte missachtet und der Kostendruck auf die Schwächsten abgewälzt.

Die Studie macht deutlich: Nachhaltigkeit darf sich nicht auf ökologische Indikatoren beschränken. Arbeitsgerechtigkeit und Klimagerechtigkeit sind untrennbar miteinander verbunden.

über die Studie:

Autorinnen & Feldforscherinnen: Pelin İpek Boyacı & Vivien Tauchmann
Im Auftrag von WSM – We Social Movements
Jahr: 2025

Titelbild: © Clean Clothes Campaign (2012) 
Beitragsbilder: © Vivien Tauchmann (2025)
Arbeitsrechte, Gesundheit und Sicherheit, Sicherheit und Gesundheit, Türkei

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