WM-Hauptsponsoren Adidas und Nike zahlen Hungerlöhne an die Näher*innen ihrer Trikots

Fußball-Weltmeisterschaft 2018 – Adidas und Nike zahlen Rekordsummen an Fußballer und Hungerlöhne an die Näher*innen ihrer Trikots

Während Millionen von Menschen ihre Lieblingsmannschaften bei der Fußballweltmeisterschaft anfeuern, zeigt der Bericht „Foul Play“ von Éthique sur l’étiquette und Clean Clothes Campaign, dass die WM-Hauptsponsoren Adidas und Nike tausenden Näher*innen in der Lieferkette ihrer Fußballtrikots und -schuhe nur Hungerlöhne zahlen.

Der World Cup ist die Hauptbühne für den intensiven Sponsoring-Wettbewerb von Adidas und Nike. Zusammen rüsten sie 22 der 32 Teams aus. In den letzten 10 Jahren haben sich die Budgets für Marketing und Sponsoring verdoppelt. Im Rahmen eines rekordverdächtigen neuen Vertrags erhält das deutsche Team von Adidas bis zur nächsten WM sogar 65 Millionen Euro pro Jahr. Das ist dreimal so viel wie im letzten Vertrag, der in diesem Jahr ausläuft! Die französische Nationalmannschaft verhandelte mit dem Sportgiganten Nike ein nicht weniger erstaunliches Sponsoring von 50,5 Millionen Euro.

Die Löhne der Arbeiter*innen in der Lieferkette von Adidas und Nike folgen diesem Aufwärtstrend hingegen nicht. Der neue „Foul Play“-Bericht, der am 11. Juni veröffentlicht wurde, vergleicht die aktuellen Produktionskosten von Sportschuhen der Marken Nike und Adidas mit denen von vor 25 Jahren. Der Anteil dieser Kosten, der in der Tasche einer Arbeiter*in landet, ist jetzt um erstaunliche 30 Prozent geringer als Anfang der neunziger Jahre!

Fakten zur WM 2018

  • Adidas und Nike rüsten 22 der 32 Teams aus.
  • In den letzten 10 Jahren haben sich die Budgets für Marketing und Sponsoring verdoppelt.
  • Das deutsche Team erhält von Adidas bis zur nächsten WM 65 Mio. Euro pro Jahr. 3 Mal so viel wie bisher.
  • Der Anteil der Lohnkosten an den Kosten für die Produktion von Sportschuhen der Marken Adidas und Nike ist 30 % geringer als Anfang der 90er Jahre.
  • Ein Großteil der Bekleidung von Nike und Adidas wird in Indonesien gefertigt, wo 80 % der Textilarbeitenden Frauen sind, die zwischen 82 und 200 € im Monat verdienen.
  • Die Lohnkosten eines in Indonesien produzierten T-Shirts betragen kaum 1 % des T-Shirts-Preises.

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Steh ein für Fairness auch außerhalb des Spielfelds mit den Hashtags #FoulPlay und #WorldCup. Hier einige Beispiel-Posts:

#Adidas hat der deutschen Mannschaft den größten Ausrüstervertrag der Geschichte beschert: 65 Mio € pro Jahr, doch die Näher*innen, die Trikots und Schuhe herstellen, kriegen Armutslöhne. #FoulPlay #WorldCup

#Nike und #Adidas zahlen Millionen an Fußball-Spieler, aber ziehen sich aus dem Produktionsland China zurück, weil ihnen dort die Löhne „zu hoch“ sind #FoulPlay #WorldCup

#Nike verdient durch Steuerhinterziehung jährlich genug, um 287.000 Arbeiter*innen in Vietam und 241.000 Arbeiter*innen in Indonesien existenzsichernde Löhne zu zahlen. #FoulPlay #WorldCup

Auch die Bilder oben können in den Sozialen Medien verwendet werden.

Petition unterzeichnen: #PlayFair-PayFair

Die ehemaligen Nationalspieler*innen David Odonkor, Linda Bresonik und Tobias Rau fordern per Video die Vorstandsvorsitzenden Kasper Rorsted (Adidas), Mark Parker (Nike) und Björn Gulden (Puma) dazu auf, ihrer Verantwortung nachzukommen und sich öffentlich zu der Zahlung von existenzsichernden Löhnen in ihren weltweiten Zuliefererbetrieben zu verpflichten!

Auch Du kannst diese Forderung unterstützen, indem du die Petition #PlayFair-PayFair unterstützt.

Diese Petition wurde von cum ratione ins Leben gerufen. Die cum ratione Gesellschaft für Aufklärung und Technik gGmbH ist nicht Mitglied im Netzwerk der Kampagne für Saubere Kleidung, arbeitet jedoch punktuell gemeinsam mit einzelnen Mitgliedsorganisationen zu Kampagnenthemen.

Hintergrund

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