Welche Modemarken und Einzelhändler setzen sich für die Sicherheit der Arbeiter*innen in ihrer Lieferkette ein?

Das Bangladesch-Abkommen

Die nach dem Rana-Plaza-Einsturz am 24. April 2013 geschlossene Vereinbarung über Brand- und Gebäudesicherheit in Bangladesch hat entscheidend dazu beigetragen, die Fabriken in Bangladesch sicherer zu machen. Dies war möglich, weil die Bekleidungsunternehmen eine rechtsverbindliche Vereinbarung mit den Gewerkschaften unterzeichneten, die sie zur Einhaltung ihrer Versprechen verpflichtete. Nach dem 31. August dieses Jahres sind die Marken jedoch nicht mehr rechtlich an ihre Verpflichtungen gebunden, es sei denn, sie unterzeichnen eine neue Sicherheitsvereinbarung. Trotz der eindeutigen Erfolge der Vereinbarung, die durch ihre rechtliche Durchsetzbarkeit ermöglicht wurden, machen viele Modemarken einen Rückzieher von einer früheren Entscheidung, das Accord-Programm fortzusetzen. Sie haben sogar eine frühere Frist verstreichen lassen und damit das Leben der Arbeiter*innen in Bangladesch gefährdet. Dieses rücksichtslose Verhalten beeinflusst auch Arbeiter*innen in anderen Ländern, die das Accord-Modell nachahmen wollen, um ihre Fabriken sicher zu machen.

 

 

Tchibo, Esprit, S.Oliver und Kik wollen ein Folgeabkommen des ACCORD unterzeichnen, Lidl, Aldi Süd und Nord, Otto und Takko haben sich noch nicht dafür ausgesprochen. Stand: 4.8.2021
Tchibo, Esprit, S.Oliver und Kik wollen ein Folgeabkommen des ACCORD unterzeichnen, Lidl, Aldi Süd und Nord, Otto und Takko haben sich noch nicht dafür ausgesprochen. Stand: 4.8.2021

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Wir haben Marken, die von der Arbeit der Accord profitiert haben, gefragt, ob sie bereit sind, sich auf ein ebenso starkes Folgeabkommen einzulassen. Einige Marken haben entweder öffentlich oder in privaten E-Mails an uns positiv geantwortet und erklärt, dass sie bereit sind, eine neue Vereinbarung zu unterzeichnen, die für einzelne Marken rechtlich durchsetzbar ist, über eine unabhängige Aufsicht verfügt und auf andere Länder ausgedehnt werden kann. Wir gehen davon aus, dass dies bedeutet, dass diese Marken bereit sind, eine ebenso strenge Durchsetzbarkeit und Aufsicht zu akzeptieren wie die Bestimmungen in der aktuellen Vereinbarung, die für alle am Sicherheitsprogramm teilnehmenden Marken gleichermaßen gelten, um keine doppelten Standards zu schaffen.

Die Marken, die wir als Hindernisse für Fortschritte bei der Sicherheit in den Fabriken identifizieren, sind Marken, die sich nicht zu allen oder nur zu einigen dieser entscheidenden Elemente verpflichten wollten, die uns überhaupt nicht geantwortet haben oder die Teil des Verhandlungs-/Steuerungskreises sind. Dies sind die Marken, die die meiste Macht ausüben können, weil sie mehr als 75 Fabriken in Bangladesch haben oder am Verhandlungstisch sitzen. Obwohl sie die Macht haben, etwas für das Leben der Näher*innen zu bewirken, ist es ihnen bisher nicht gelungen, ein neues, lebensrettendes Abkommen zu schließen.

Die meisten kleineren Marken und großen Namen wie Adidas und Hugo Boss sowie alle Marken, die in Bangladesch produzieren und das Abkommen nicht unterzeichnet haben, bleiben in dieser Übersicht unberücksichtigt. Das bedeutet nicht, dass sie keine Verantwortung tragen, wenn kein neues Abkommen geschlossen wird und der Sektor in die Situation vor Rana Plaza zurückfällt, wo mangelnde Sicherheit die Norm war.

Wir rufen EUCH daher auf, eine Botschaft an die Marken zu senden und ihnen zu sagen, dass sie die ARBEITER*INNEN SICHERN sollen.

Which Brands care about worker’s safety?

Statement Tchibo

Statement Kik

Beitragsbild: Clean Clothes Campaign
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