5748QdgqNrutmh5PYcy9Jh2Mo #FreeMehmetNow: Gewerkschaftsführer Mehmet Türkmen erneut inhaftiert Kampagne für Saubere Kleidung | Clean Clothes Campaign Germany

#FreeMehmetNow: Gewerkschaftsführer Mehmet Türkmen erneut inhaftiert

Nach einer Rede bei einer Protestkundgebung von Arbeiter*innen wurde der türkische Gewerkschafter Mehmet Türkmen festgenommen. Der Vorwurf: „Anstiftung der Öffentlichkeit zu Hass und Feindseligkeit“. Der Kampf um Arbeitsrechte ist kein Verbrechen – wir fordern die sofortige Freilassung Türkmens!

Mit großer Besorgnis berichten unsere Partnerorganisationen in der Türkei von der Inhaftierung Mehmet Türkmens, dem Vorsitzenden der Vereinigten Gewerkschaft der Textil-, Web- und Lederarbeiter*innen, BİRTEK-SEN. Es ist nicht das erste Mal, dass Türkmen Repressionen ausgesetzt ist, und aufgrund seiner gewerkschaftlichen Tätigkeit verfolgt wird. Bereits im Februar 2025 wurde Türkmen verhaftet, nachdem er sich gemeinsam mit Textilarbeiter*innen für bessere Arbeitsbedingungen einsetzte.

Systematische Repression gegen Gewerkschafter*innen

Am 15. März hielt Türkmen eine Rede bei einer Protestkundgebung von Beschäftigten der Teppichfabrik Sirma in Gaziantep. In der Rede kritisierte er mangelhafte Arbeitssicherheit sowie die ausbleibende strafrechtliche Verfolgung von Arbeitgeber*innen nach schweren Arbeitsunfällen. In der Fabrik hatte ein Arbeiter infolge eines Unfalls beide Arme verloren.

Kurz nach der Kundgebung wurde Türkmen während einer Razzia in seiner Wohnung festgenommen. Die Behörden werfen ihm vor, „die Öffentlichkeit zu Hass und Feindseligkeit anzustacheln“. Dieser Vorwurf steht in keinem erkennbaren Verhältnis zu seiner Kritik an Arbeitsbedingungen und wird von den Behörden genutzt, um kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Gewerkschaftliches Engagement wird so gezielt kriminalisiert.

Schluss mit der Repression. Gewerkschaftsarbeit ist kein Verbrechen!

Gemeinsam fordern wir die türkischen Behörden deswegen auf:

  • die sofortige Freilassung von Mehmet Türkmen sicherzustellen

  • die Meinungsfreiheit und die Gewerkschaftsrechte zu achten

  • zu garantieren, dass die Verteidigung der Sicherheit und des Lebens von Arbeiter*innen nicht als Straftat behandelt wird

Weltweit werden Gewerkschafter*innen bedroht, weil sie für grundlegende Rechte eintreten. Gewerkschaftsarbeit und das Eintreten für Arbeiter*innen dürfen nicht als Straftat behandelt werden!  

Den folgenden Brief hat die Kampagne für Saubere Kleidung an die türkischen Behörden gesandt. Auch Du kannst jetzt aktiv werden: Unterstütze unsere Forderung nach der Freilassung von Mehmet Türkmen und sende dazu den folgenden Brief an die türkische Botschaft

 

Betreff: Sofortige Freilassung des Gewerkschaftsführers Mehmet Türkmen

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich an Sie, um meine tiefe Besorgnis über die Inhaftierung von Mehmet Türkmen, dem Vorsitzenden der Vereinigten Gewerkschaft der Textil-, Web- und Lederarbeiter (BİRTEK-SEN) in der Türkei, zum Ausdruck zu bringen.

Herr Türkmen wurde nach einer Rede bei einer Demonstration von Arbeiter*innen in Gaziantep festgenommen und später unter dem Vorwurf der „Anstiftung der Öffentlichkeit zu Hass und Feindseligkeit“ inhaftiert.

In der Rede kritisierte er mangelhafte Arbeitssicherheit sowie die ausbleibende strafrechtliche Verfolgung von Arbeitgeber*innen nach schweren Arbeitsunfällen. In der Fabrik hatte ein Arbeiter infolge eines Unfalls beide Arme verloren.

Gewerkschaftsführer*innen müssen in der Lage sein, die Rechte der Arbeitnehmer*innen zu verteidigen und Bedenken hinsichtlich der Sicherheit am Arbeitsplatz zu äußern, ohne strafrechtlich verfolgt zu werden.

Ich fordere die türkischen Behörden hiermit respektvoll auf:

  • die sofortige Freilassung von Mehmet Türkmen sicherzustellen
  • die Meinungsfreiheit und die Gewerkschaftsrechte zu achten
  • zu garantieren, dass die Verteidigung der Sicherheit und des Lebens von Arbeiter*innen nicht als Straftat behandelt wird

Mit freundlichen Grüßen

(Dein Name)

Beitragsbild: © BiRTEK SEN

Gewerkschaftsrechte, Mehmet Türkmen, Türkei, Union Busting

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