Wer stellt unsere Kleidung her? Start der Kampagne für mehr Transparenz

Mehr Bekleidungs- und Schuhunternehmen sollen den 17 führenden Modemarken folgen, die ein wichtiges neues Transparenzversprechen abgegeben haben, so ein Bündnis aus Gewerkschaften, Menschenrechts- und Arbeitsrechtsorganisationen in einem heute veröffentlichten Bericht. Mit dem Versprechen sagen die Unternehmen zu, Informationen zu veröffentlichen, durch die Anwälte, Arbeitnehmer*innen und Konsumenten*innen erfahren können, wo ihre Produkte hergestellt werden.

Der 40-seitige Bericht „Follow the Thread: The Need for Supply Chain Transparency in the Garment and Footwear Industry“ erscheint, kurz bevor sich der katastrophale Einsturz des Rana Plaza-Fabrikkomplexes in Bangladesch zum vierten Mal jährt. Er fordert Unternehmen auf, sich dem Versprechen über transparente Lieferketten in der Bekleidungs- und Schuhproduktion (Apparel and Footwear Supply Chain Transparency Pledge) anzuschließen. Unternehmen, die dieses Versprechen abgeben, sagen zu, Informationen darüber zu veröffentlichen, in welchen Fabriken ihre Produkte hergestellt werden. Damit räumt das Versprechen ein wesentliches Hindernis im Kampf gegen menschenrechtswidrige Arbeitsbedingungen in der Textilbranche aus und trägt dazu bei, Tragödien wie den Rana Plaza-Einsturz zu verhindern.

Der englischsprachige Bericht „Follow the Thread“ stellt die Ergebnisse einer Koalition von neun NGOs zusammen, die gemeinsam 72 Unternehmen aufgefordert haben, ein Transparenzversprechen abzugeben.Von den 72 Unternehmen, die das Bündnis angesprochen hat, werden 17 die Standards des Transparenzversprechens bis Dezember 2017 vollständig einhalten.

Zahlreiche andere Unternehmen erfüllen diese Standards nicht oder nicht vollständig: fünf erfüllen sie fast, 18 bewegen sich in die richtige Richtung, indem sie zumindest die Namen und die Adressen von Fabriken veröffentlichen, die ihre Produkte weiterverarbeiten, und sieben sagten zu, bis Dezember 2017 in kleinem Umfang Informationen über ihre Lieferfabriken zu veröffentlichen – zum Beispiel einen Teil der Fabriken oder zumindest die Namen der Fabriken nach Land oder Produktion.

Weitere 25 Bekleidungsunternehmen veröffentlichen keinerlei Informationen über die Fabriken, die ihre Waren produzieren. Diese Unternehmen haben auf die Anfrage entweder nicht reagiert oder nicht zugesagt, irgendeine der angefragten Informationen zu veröffentlichen.
Das Bündnis fordert die Unternehmen, die das Versprechen nicht abgegeben haben, auf, dies bis Dezember zu tun und so dazu beizutragen, in der Bekleidungsindustrie einen Minimalstandard für transparente Lieferketten zu etablieren.

Dem Bündnis gehören die Clean Clothes Campaign, Human Rights Watch, der weltweit agierende Gewerkschaftsverband IndustriALL, der International Corporate Accountability Roundtable, das International Labor Rights Forum, der Internationale Gewerkschaftsbund, das Maquila Solidarity Network, der internationale Gewerkschaftsdachverband UNI Global Union und das Worker Rights Consortium an.

Kontakt:
Laura Ceresna-Chaturvedi
Eilaktionskoordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung
Tel.: +49 (0)30-42 08 202-52
E-Mail: ceresna@saubere-kleidung.de

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Deutsche Zusammenfassung

 

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