109 Mio. Dollar Lohn­diebstahl: Modefirmen lassen Textilarbeiter*innen in der Pandemie im Stich

Während der Covid-19 Pandemie wurden Textilarbeiter*innen in Ländern wie Kambodscha Millionen Dollar an Lohnzahlungen vorbehalten – viele haben nur einen Teil des ohnehin prekären Mindestlohns erhalten. Gewerkschaften forderten 25 internationale Modeunternehmen auf, ihre Verantwortung zur Sicherstellung der Löhne wahrzunehmen. Wir haben ihre enttäuschenden Ausreden analysiert und zeigen, was die Modefirmen tun müssten.

Gewerkschaften und Aktivist*innen haben internationale Modeunternehmen wiederholt aufgefordert, dafür zu sorgen, dass Arbeiter*innen auch während der Pandemie geschützt sind und ihren Lohn erhalten. Doch rund ein Dutzend Antworten auf einen dringenden Brief der kambodschanischen Gewerkschaften zeigen: Die Unternehmen drücken sich nicht nur davor, die Lohnlücke zu schliessen (d.h. die Differenz zwischen den derzeitigen Löhnen und denen vor der Pandemie auszugleichen); die meisten weigern sich gar, das Kernproblem anzuerkennen und eine klare Antwort auf die Forderung der Gewerkschaften zu geben.

Viele Unternehmen verweisen auf Entscheidungen der kambodschanischen Regierung (Ausrede 1), ihren Verhaltenskodex (Ausrede 2), freiwillige Multi-Stakeholder-Initiativen wie ACT (Ausrede 3) oder den ILO Call to Action (Ausrede 4), statt ihre eigene Verantwortung für die Bezahlung der Arbeiter*innen, die ihre Kleidung herstellen, anzuerkennen. Oder sie beziehen sich in ihren Antworten nur auf die Zahlung der ausstehenden Dienstaltersprämie (Ausrede 5).

Weshalb diese Ausreden zu kurz greifen, und wozu die Firmen stattdessen verpflichtet wären:

Von leeren Worten können die Textilarbeiter*innen ihre Miete nicht zahlen. Wir fordern von Modefirmen und Detailhändlern, dass sie Löhne und Abfindungen sicherstellen und Arbeitsrechte respektieren!

Unterschreib auch Du die #PayYourWorkers Petition unter www.payyourworkers.org

Weitere Informationen:

Die oben analysierten Antworten von Modeunternehmen erfolgten als Reaktion auf einen dringenden Brief der kambodschanischen Gewerkschaften.

Zur Liste der Aprillöhne in den Fabriken der großen Modefirmen

https://www.publiceye.ch/de/themen/mode/109-millionen-dollar-lohndiebstahl-modefirmen-lassen-textilarbeiterinnen-in-der-pandemie-im-stich

Bildquelle: Public Eye
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