Made in Europe – CCC stellt drei neue Länderprofile vor

Neue Berichte der Clean Clothes Campaign dokumentieren Armutslöhne in den Modefabriken Bulgariens, Rumäniens und Moldawiens. Viele Näherinnen in  Bulgarien erhalten nur 19% eines existenzsichernden Lohns. In Rumänien sind es 24% und auch in Moldawien sieht es mit 15% nicht besser aus.

Nach der dramatischen Deindustrialisierung und dem Mangel an Beschäftigungsmöglichkeiten in den frühen 1990er Jahren war die Bekleidungsmontage eine der wenigen verbleibenden verarbeitenden Industrien in Bulgarien. Die Hauptindustrien in der postsozialistischen bulgarischen Wirtschaft sind arbeitsintensiv und Sektoren mit geringer Wertschöpfung. Sie befinden sich auf den unteren Ebenen der globalen Wertschöpfungsketten und ziehen ausländische Investoren an, indem sie sich auf niedrige Löhne und das Fehlen von Gewerkschaften verlassen.

ASOS, Аrmani, Benetton, C&A, ESPRIT, Givenchy, Intimissimi, H&M, Hugo Boss, Kenzo, Marks & Spencer, Nike, Next, Strellson, Versace, sind unter den in Bulgarien tätigen Marken/Käufern. Daten über diese wurden während der Feldforschung, in veröffentlichten Lieferantenlisten von Marken und Einzelhändlern sowie in Medienpublikationen gefunden.

Zum Länderprofil Bulgariens in englischer Sprache

Bekleidungsarbeiter:innen, meist Frauen, verdienen teilweise die niedrigsten Löhne der Welt, während sie Kleidung für einige der größten Modemarken herstellen. In Rumänien gibt es etwa 300.000 offizielle Bekleidungsarbeiter:innen, die in der Regel einen Mindestlohn von etwa 230 EUR nach Abzug der Steuern verdienen. Die Arbeiter:innen, mit denen wir gesprochen haben, sagten, dass sie eine Verdreifachung ihres Lohns brauchen, um ein anständiges Leben führen zu können.

Zum Länderprofil Rumäniens in englischer Sprache

Der prozentuale Anteil der nach Weißrussland und Rumänien exportierten Produkte deutet darauf hin, dass die Fabriken in Moldawien von Zulieferern aus diesen Ländern unter Vertrag genommen werden (dies wurde auch durch empirische Untersuchungen festgestellt). Die Bekleidungs- und Schuhindustrie arbeitet hauptsächlich nach dem Schema des passiven Veredelungsverkehrs, d.h. alle Fertigwaren werden im Auftrag ausländischer Marken und Einzelhändler exportiert und die Vorleistungen für die Konfektionierung werden importiert – alles zollfrei. Es sollte erwähnt werden, dass die moldawischen Schuhfabriken eher Vorleistungen (oft als Unterauftragnehmer) für die Schuhmontage in Rumänien erbringen.

Zum Länderprofil Moldawiens in englischer Sprache

Weitere Informationen zum Lohn zum Leben und Länderprofile: https://saubere-kleidung.de/lohn-zum-leben/europa/

Beitragsbild: Yevgenia Belorusets

 

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