Unfinished Business: Der Accord muss weitergehen

Der Bericht „Unfinished Business“ zeigt verbleibende Sicherheitsrisiken in Bangladeschs Fabriken: Am „Welttag für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz“ veröffentlichen die Unterzeichner*innen des Bangladesch-Accords einen Bericht, der zeigt, dass ihre Arbeit immer noch dringend notwendig ist.

Die in diesem Bericht enthüllten Sicherheitssanierungsraten von zwölf Modemarken zeigen, dass Marken und Einzelhändler sich nicht den Luxus erlauben dürfen, das rechtlich verbindliche Programm auslaufen zu lassen. Doch das Abkommen läuft am 31. Mai dieses Jahres aus. Die Clean Clothes Campaign, als Unterzeichnerin, fordert die Markenunternehmen dringend auf, eine neue rechtsverbindliche Vereinbarung zu unterzeichnen, die es ermöglicht, die Arbeit des Abkommens zu verlängern und sein Modell auf andere Länder mit unsicheren Fabriken auszuweiten.

Der Bericht „Unfinished Business“ ist eine umfassende Überprüfung der öffentlich bekannt gegebenen Informationen von Fabriken, die für ein Dutzend große Modemarken und Einzelhändler produzieren. Diese repräsentative Übersicht über den Stand der Sicherheitsmaßnahmen in den Fabriken, die unter den Accord fallen, zeigt, dass beispiellose Fortschritte bei der Verbesserung der Arbeitssicherheit gemacht wurden, aber auch, dass noch viel Sicherheitsarbeit zu leisten ist.

Die einzelnen Ergebnisse der Nachbesserungen, die für die zwölf Marken und Einzelhändler, darunter Aldi Nord, Aldi Süd und Lidl untersucht wurden, zeigen, dass eine Abschwächung der rechtlichen Verantwortlichkeit des Accords nicht geschehen darf. Vor allem zu einem Zeitpunkt, an dem viele entscheidende Sicherheitsmaßnahmen noch umgesetzt oder verifiziert werden müssen: Bei der Hälfte der für diesen Bericht untersuchten Marken fehlten in mehr als drei Viertel ihrer Fabriken in Bangladesch noch immer (verifizierte) Feueralarm- und Brandmeldesysteme. Fast die Hälfte der Fabriken, die von diesen Marken abgedeckt werden, hat immer noch keine sicheren Fluchtwege.

Der vorliegende Bericht zeigt auf, was bei einer Nichtverlängerung des Abkommens geschehen würde:

  • Die Umstände in den Fabriken mit ungelösten Sicherheitsproblemen werden sich verschlechtern, da es keine rechtsverbindlichen Anforderungen und Anreize gibt;
  • freiwillige Initiativen werden das Sicherheitsprogramm des Accord ersetzen, so dass die Modemarken nur noch sich selbst gegenüber verantwortlich sind, was in der Vergangenheit ein Garant für das Scheitern gewesen ist;
  • Der Ruf der Marken wird irreparablen Schaden erleiden, da ihrEngagement für internationale Standards der Sorgfaltspflicht rückgängig gemacht würden, was der derzeit wachsenden Dynamik für verpflichtende Sorgfaltspflichten widerspricht.

Das Versagen der Modemarken und Einzelhändler bei der Verlängerung und Erweiterung des Abkommens würde außerdem Fortschritte in anderen Bekleidungsproduktionsländern verhindern. Die neuesten Katastrophen mit Massensterben in Marokko und Ägypten zeigen, dass Arbeiter*innen auf der ganzen Welt weiterhin lebensbedrohlichen Sicherheitsrisiken ausgesetzt sind. Aktivist*innen in Bekleidungsproduktionsländern wie Pakistan fordern seit langem, dass die Vereinbarung auf Fabriken ausgeweitet wird, die für Marken in Ländern außerhalb Bangladeschs produzieren.

Die Mitglieder des Bangladesh Accord haben weniger als fünf Wochen Zeit, um sicherzustellen, dass die erzielten Fortschritte durch eine rechtsverbindliche Vereinbarung mit individueller Verantwortung geschützt und fortgesetzt werden.

Der Accord ist weithin als bewährtes Modell anerkannt, das die Anforderungen der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht erfüllt. Marken können die in den letzten fünf Jahren erzielten Fortschritte fortsetzen und ihren Ruf als Vorreiter der Branche wahren. Oder sie können sich vom Weg des Fortschritts abwenden, indem sie den Accord auslaufen lassen, mit schlimmsten Folgen für die Arbeiter*innen.

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Weitere Informationen:

8 Jahre nach Rana Plaza-Einsturz: Arbeiter*innen brauchen Rechtsverbindlichkeit!

Bildquelle: Bangladesh Independent Garment Workers Union Federation (BIGUF)
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