Textilbündnis: Berichte zu geschlechtsspezifischer Gewalt

Stellungnahme

Ende Dezember haben 43 Mitgliedsunternehmen des Textilbündnisses ihre Berichte zur Wahrnehmung ihrer Sorgfaltspflichten in der Lieferkette veröffentlicht. Darin beschreiben sie die bisherigen Maßnahmen sowie zukünftigen Zeile zur Bekämpfung von Gender Based Violence (GBV). Fast alle Unternehmen schätzen das Risiko für GBV grundsätzlich als hoch zwar ein, wenn sie in Asien produzieren lassen, die Maßnahmen fallen aber sehr unterschiedlich aus.

Aus den Berichten der Unternehmen geht hervor, dass es schwierig ist geschlechtsspezifische Gewalt (Gender Based Violence, GBV). in ihren Lieferketten zu erkennen. Frauen äußerten sich dazu nicht in Audits oder direkten Gesprächen aus Scham oder Angst vor Stigmatisierung in der Fabrik oder eigenen Familie. Hinzu kommt, dass es an Lieferkettentransparenz und genderspezifischen Daten fehlt. Doch gerade in tieferen Lieferketten kommt es zu zahlreichen Verstößen und Verletzungen.

Verschafft man sich einen ersten Überblick über die Ziele und Maßnahmen, die sich die Unternehmen zu dem Risiko GBV setzen, entsteht ein gemischtes Bild. Große Unternehmen und Discounter formulieren eher allgemeine Maßnahmen auf Policy-Ebene. Einige kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) sind schon weiter und setzen sich präzise Ziele und Maßnahmen gegen GBV auf Fabrikebene, z.B. Fortbildungen zur Sensibilisierung des Personals. Allen ist gemeinsam, dass sie bei der letzten Stufe der Lieferkette ansetzen, nur wenige formulieren auch Maßnahmen für die tiefere Lieferkette.

Eine ausführliche Einschätzung der Unternehmensberichte von Dr. Gisela Burckhardt finden Sie hier (pdf, 210 KB).

Beitragsbild: ©FEMNET
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