Luxusmarken

Ich schaue, wo die Ware herkommt, und gehe davon aus, dass Menschen für Boss nicht ausgenutzt werden. Die Sachen haben ja ihren Preis.”
So eine Kundin in einem Hugo Boss Laden Gisela Burckhardt (2014), Todschick, S. 7

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Wie fair produziert Hugo Boss?

Hugo Boss, der ehemalige Herrenausstatter aus Metzingen, ist längst ein Weltkonzern. Doch wie und wo lässt der Moderiese seine edle Mode heute herstellen? Wie ist das Arbeitsklima bei Hugo Boss? Und unterscheiden sich Qualität und Design der Anzüge tatsächlich von der günstigeren Konkurrenz?
Wie bei vielen anderen Textil-Riesen wird auch bei Hugo Boss in Asien produziert. Etwa ein Drittel aller Produkte. Aus der Türkei und aus Osteuropa kommt sogar fast die Hälfte. In der Türkei produziert Hugo Boss unter anderem auch selbst. Die größte eigene Fabrik ist in Izmir.

Die meiste Boss-Kleidung aber kommt aus Lohnfertigung. Zum Beispiel aus Edirne in der Türkei. Hier wurden im letzten Jahr schwere Vorwürfe bekannt. Arbeiterinnen machten die Zustände vor Ort öffentlich: Die Bezahlung sei schlecht. Der Lohn reiche nicht zum Überleben. In Edirne ist Hugo Boss „nur“ Auftraggeber. Im Internet findet man aber auch Vorwürfe von Arbeitern aus der Boss-eigenen Fabrik in Izmir. Arbeiter aus Izmir sprechen von Diskriminierung, Überstunden, Kündigung von Mitarbeitern, angeblich weil sie einer Gewerkschaft beigetreten sind. Boss sagt uns dazu: „Das Arbeitsklima in unserer Produktionsstätte in Izmir ist ausgezeichnet.“

Dr. Gisela Burckhardt vom Verein FEMNET berichtet von Ihren Recherchen aus der Textilproduktion in Bangladesch. Laut ihren Nachforschungen lasse Boss in Bangladesch in denselben Fabriken produzieren wie Esprit, C&A und H&M. Das heiße, die Näherinnen, die für Hugo Boss schuften, seien die gleichen wie die für Esprit, C&A oder H&M. Ihr Vorwurf: Bezahlt werde von Boss – wie von den anderen Firmen – nur der gesetzlich festgelegte Mindestlohn des Landes. Auch wenn Boss-Produkte deutlich teurer verkauft werden.

Hugo Boss hat den erfreulichen Schritt getan und 100 Prozent seiner Lieferanten offengelegt. Gerade hochpreisige Marken wie Hugo Boss sollten sicherstellen, dass ihre Kund*innen Informationen erhalten, wo, von wem und unter welchen Bedingungen ihre Kleidung hergestellt wird.
Dr. Gisela BurckhardtFemnet e.V.

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