Warum #PayYourWorkers

Warum #PayYourWorkers?

Die Konzerne wälzen die Hauptlast der Covid-19-Krise auf die Arbeiter:innen ab, ohne dass eine Abhilfe in Sicht ist.

Schon bevor die Pandemie begann, zahlten multinationale Bekleidungsmarken Armutslöhne, so dass die Arbeiterinnen und Arbeiter darum kämpfen mussten, ihre Familien zu ernähren. Jetzt wissen viele Arbeiter:innen in der Bekleidungsindustrie nicht, wann sie ihren nächsten Monatslohn erhalten, wie hoch dieser sein wird oder ob eine Entlassung bevorsteht. Die Arbeiter:innen sind gezwungen zu wählen: zwischen dem Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken, und dem Risiko, zu verhungern, wenn sie zu Hause bleiben.

Warum #RespectLabourRights?

Angriffe auf die Arbeitsschutzgesetze, Werksschließungen, die auf gewerkschaftlich organisierte Fabriken abzielen, und das Versagen der Marken bei der Einhaltung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht haben die Arbeiter:innen in den Bekleidungslieferketten extrem gefährdet. Marken, Einzelhändler und E-Händler haben sich dafür entschieden, Kleidung aus Ländern mit Hungerlöhnen und minimalen sozialen Absicherungen zu beziehen, um ihre Gewinne zu maximieren. In dieser Krise sollten sie die finanziellen Konsequenzen dieser Entscheidung tragen, anstatt die Arbeiter:innen zu zwingen, die Last der Unternehmen zu schultern.

Marken, die behaupten, sozial verantwortlich zu sein, haben die Bekleidungsarbeiter:innen, die ihre Kleidung herstellen, im Stich gelassen. Millionen von Arbeiter:innen wurden ohne Vorankündigung und mit wenig bis gar keinem Lohn nach Hause geschickt, als ihre Fabriken während der Lockdowns geschlossen wurden. Die meisten Arbeiterinnen und Arbeiter, die ihren Job dauerhaft verloren haben, bekommen immerhin noch eine Abfindung. Diejenigen, die noch Arbeit haben, werden aber gezwungen, niedrigere Löhne zu akzeptieren.

Die Markenhersteller haben die Arbeiter:innen, die ihre Kleidung herstellen, seit Jahrzehnten unterbezahlt. Jetzt dürfen die Bekleidungsarbeiter:innen nicht auch noch gezwungen werden, den Preis für die Pandemie zu zahlen. Die Marken müssen sicherstellen, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter während der Pandemie ihren vollständigen Lohn oder Abfindungen erhalten, wenn sie ihren Arbeitsplatz verlieren. Sie müssen das Recht der Arbeiterinnen und Arbeiter auf gewerkschaftliche Organisation und Tarifverhandlungen schützen.

Weiterführende Informationen:

Allein in den ersten drei Monaten der Covid-19-Pandemie haben die Bekleidungsarbeiter*innen weltweit mindestens drei Milliarden Dollar an Einkommen verloren.

Eine weltweite Umfrage an Lieferanten ergab, dass diese im Durchschnitt 10% ihrer Mitarbeiter*innen entlassen haben. Sie gehen davon aus, dass sie weitere 35% ihrer Arbeiter*innen entlassen werden, wenn die aktuellen Trends (einschließlich Auftragsvolumen und Preisreduzierungen sowie verzögerte Zahlungen) anhalten. Viele dieser Entlassungen und viele Werksschließungen betrafen gewerkschaftlich organisierte Arbeiter*innen und Fabriken, während nicht gewerkschaftlich organisierte Arbeiter*innen und Fabriken verschont blieben.

Eine Umfrage unter fast 400 Bekleidungsarbeiter*innen ergab, dass viele von ihnen während der Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren, oft ohne die gesetzlich vorgeschriebenen Abfindungen zu erhalten. Von den Arbeitern, denen gekündigt wurde (etwa ein Viertel der Befragten), gaben 70% an, dass sie nicht die vollständige gesetzlich vorgeschriebene Abfindung erhalten haben, und 40% berichteten, dass sie keine Abfindung erhalten haben.

Die befragten Arbeiter*innen, die ihren Arbeitsplatz behalten haben, berichten, dass sie 21% ihres Einkommens verloren haben.

Es bräuchte nicht mehr als zehn Cent pro T-Shirt für Modemarken, um sicherzustellen, dass die Arbeiter*innen, die ihnen Milliardengewinne eingebracht haben, die notwendige wirtschaftliche Entlastung erhalten, um die Krise zu überstehen und den Schutz vor Arbeitslosigkeit für die Zukunft zu stärken.

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